Baufachleute präsentieren Gestaltungsvorschläge

Ideen für die Innensanierung der Adorfer Kirche

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Der Diplom-Ingenieur Jürgen Schimmelpfeng stellte am Sonntag die Vorschläge zur Innenraumsanierung der Adorfer Kirche vor. Fotos: Mechthild Röhrig-Weking

Diemelsee-Adorf - Erneut berieten Adorfer über die Sanierung ihrer mittelalterlichen „Sankt-Johannis“-Kirche. Im Anschluss bildeten sie einen Bauausschuss.

Ein weiterer wesentlicher Schritt zur geplanten Innensanierung des romanischen Gotteshauses war am Sonntagnachmittag die Präsentation der Gestaltungsvorschläge. Mehr als 30 engagierte Einwohner waren der Einladung des Kirchenvorstands gefolgt. Sie lauschten interessiert den Ausführungen des Diplom-Ingenieurs Jürgen Schimmelpfeng und von Bernd Mey - beide sind Mitarbeiter des Bad Arolser Architekturbüros Müntinga und Puy. das mit der Aufstellung des Gesamtkonzepts beauftragt ist.

Das Büro habe in der Vergangenheit zahlreiche Kirchen erfolgreich saniert, „von denen ich Ihnen heute einige Beispiele zeigen möchte“, sagte Schimmelpfeng. Er zeigte zunächst Bilder und gab Erläuterungen zu den Objekten, die allesamt der Adorfer Kirche vergleichbar seien. Die Besucher sahen ansprechende Darstellungen von funktionell und ästhetisch gekonnt umgestalteten Gotteshäusern - dies war eine große Motivation für alle Anwesenden zum Weitermachen.

Untersuchungen nötig

Zu einer Innenraumsanierung wie in Adorf gehöre zunächst eine Bestandsaufnahme der architektonischen Größen, sagte Schimmelpfeng. Außerdem müssten das in der Kirche verarbeitete Material und die technischen Einrichtungen wie Heizung, Beleuchtung, Wasser und Elektrik untersucht werden. Darüber hinaus sei ein Konzept erforderlich, in welcher Form das Gebäude künftig genutzt werden solle, es bedürfe einer Planung der Vorgehensweise bei der Sanierung sowie einer Kostenschätzung, führte der Architekt weiter aus. Schimmelpfeng machte zu jedem der Punkte detaillierte und anschauliche Ausführungen und unterbreitete zahlreiche Vorschläge.

Beispiel: Statt einer Heizung für den kompletten Innenraum sei auch eine Beheizung von Fußböden und Sitzbänken möglich, wie dies ja bereits teilweise in der Adorfer Kirche der Fall sei. Dies sei kostensparender und komfortabler sei, erklärte der Ingenieur.

Eine Isolierung der Kirchenfenster hielt er nicht für sinnvoll, wohl aber, dass ein Heizstrahler unter die Fenster gestellt werde, um einen Kältefluss am Fenster hinab abzuwenden. Auch einen Schutz vor Steinwurf befürwortete er wegen der nur geringen Qualität der Fenster nicht.

Barrierefreiheit möglich

Schließlich machte er weitere Vorschläge, unter anderem, wie eine Barrierefreiheit im Kirchenraum erzielt werden könne, wo nutzbare Nebenräume geschaffen werden könnten und vieles andere. Auch für die Verbesserung von Akustik und Beleuchtung sowie für die sonstige Ausgestaltung des Innenraums nannte er eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten.

Das Gesamtkonzept soll etwa 48 000 Euro kosten. Den Betrag stellt die Landeskirche mit dem Kirchenkreis zur Verfügung. Mit enthalten seien die Kosten für die zahlreichen Untersuchungen durch Fachleute, informierte Bernd Mey.

Der Kirchenvorstand und der Förderverein planen, die Kosten der gesamten Renovierung durch Spenden sowie durch weine Bezuschussung aus einem Fond der Landeskirche zur Bauwerkssanierung zu decken - eine Angabe zur gesamten Bausumme konnten die beiden Fachleute zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen.

Schimmelpfeng plant zunächst ein Jahr für die gesamten Voruntersuchungen ein. „Danach beläuft sich die reine Bauzeit ebenfalls auf etwa ein Jahr. Jedoch wird es in der Bauphase immer wieder zu Unterbrechungen kommen, da ständig neue Entscheidungen getroffen werden müssen, um bestimmte zuvor nicht absehbare Probleme zu lösen“, sagte der Ingenieur.

Insgesamt müssten die Adorfer folglich etwa drei bis vier Jahre für die komplette Sanierung einplanen - die Dauer hänge auch davon ab, wie viel Geld jeweils für die einzelnen Bauabschnitte zur Verfügung stehe.

Bauausschuss gebildet

Die Bildung eines etwa zehnköpfigen Bauausschusses nahm Pfarrer Sascha Biehn-Tirre in die Hand: Der Ausschuss soll sich etwa im Mai konstituieren und sich je nach Bauphase zwischen zwei- und sechsmal jährlich mit Schimmelpfeng und Mey treffen, um erforderliche Entscheidungen zu fällen.

Ortsvorsteher Bernd Becker signalisierte sogleich seine Bereitschaft zum Mitmachen, außerdem meldeten sich die Vorsitzende des Fördervereins der evangelischen Kirche, Ulla Küthe, sowie die Adorfer Karl Merhof, Wilhelm Graf, Martin Kranke und Rudolph Engelhard. Weitere Interessenten sind noch willkommen.

Von Mechthild Röhrig-Weking

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