Kerstin Ziegler aus Schmittlotheim bewirbt sich um Hessischen Gründerpreis

Imkerin im Halbfinale

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Kerstin Ziegler hat es ins Halbfinale des Wettbewerbs um den Hessischen Gründerpreis geschafft – Unterstützung gibt es von Dr. Peter Sacher und Wirtschaftsförderer Johannes Haupt.Foto: Demski

Vöhl-Schmittlotheim - Vor zwei Jahren eröffnete Kerstin Ziegler ihren kleinen Laden für Imkereibedarf. Am Montag kämpft die Schmittlotheimerin um den Einzug ins Finale des Wettbewerbs um den Hessischen Gründerpreis. Schon jetzt ist ihre Teilnahme ein Erfolg: Als einzige Waldeck-Frankenbergerin steht sie im Halbfinale.

Früher musste Kerstin Ziegler viele Kilometer weit fahren, um Zubehör für ihr Hobby als Imkerin zu kaufen. Aus der Not machte die Schmittlotheimerin eine Tugend und eröffnete 2012 ihren eigenen kleinen Laden für Imkereibedarf. Damals war ihr Jüngster gerade drei Jahre alt, und die gelernte Bankkauffrau suchte nach einem neuen Betätigungsfeld - bei dem sie auch Familie und Beruf besser vereinbaren würde können.

Zwei Jahre später steht Kerstin Ziegler im Halbfinale des Wettbewerbs um den Hessischen Gründerpreis. In der Kategorie „Mutige Gründung“ tritt sie gegen elf weitere Bewerber an. Insgesamt sind 36 Bewerber in drei Kategorien im Rennen. Das Halbfinale des Wettbewerbs scheint nur ein weiteres Kapitel einer Erfolgsgeschichte: „Beim ersten Gespräch zur Existenzgründung mit Kerstin Ziegler dachte ich: ‚Junge, die ist aber mutig‘“, erinnert sich Dr. Peter Sacher von der Industrie- und Handelskammer. Doch Kerstin Zieglers Businessplan zeigte Wirkung: „Ich wollte selber was auf die Beine stellen, meine Nische finden“, sagt die dreifache Mutter, „und dabei gleichzeitig die Kinder betreut wissen.“ Die spielen heute auf dem Hof, während sie im benachbarten Laden berät, verkauft und Lust macht auf die Imkerei. 20 Neuimker stattete sie im ersten Jahr aus, ein Jahr später waren es schon 35, in diesem Jahr starteten 42 Anfänger mit ihrer Hilfe ihre Laufbahn als Imker. „Meine Nische ist die Beratung“, sagt Kerstin Ziegler. Und die entwickelte eine eigene Dynamik: Inzwischen wird sie zu Vorträgen eingeladen, empfängt zwischen ihren Bienenstöcken viele Gruppen zum „Tag mit dem Imker“.

„Seit diesem Jahr pressen wir auch Apfelsaft“, erklärt die Geschäftsfrau. Kunden bringen ihre Äpfel und bekommen später ihren eigenen Saft. Zur Imkerei gesellte sich die Mosterei - vor allem in den Herbstmonaten, in denen es bei den Imkern ruhiger wird, eine gute Ergänzung, befindet die Schmittlotheimerin. „Im Mittelpunkt steht die Biene, von ihr aus orientieren wir uns in alle Richtungen“, sagt Kerstin Ziegler. Und so könnten künftig auch kulinarische Events, Schulungen oder die Gründung einer Honig-Erzeugergemeinschaft anstehen. Kerstin Ziegler jedenfalls hat noch 1000 Ideen.

Von Theresa Demski

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