Kirchengemeinde wirbt erfolgreich um Spenden für die Initiative „Migration – Integration – Teilhabe“

Integrationsprojekt vorerst gerettet

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„Wir wollen Danke sagen“: Lydia Oswald, Natalja Schens und Dekanin Eva Brinke-Kriebel freuen sich über die Fortführung des Integrationsprojektes.Foto: Theresa Demski

Korbach - Dank vieler Sponsoren und ehrenamtlicher Helfer kann die Evangelische Kirchengemeinde das Projekt „Migration - Integration - Teilhabe“ für ein Jahr weiterführen - und sagt „Danke“.

Es war eine Zitterpartie. Über Monate kämpfte die Evangelische Kirchengemeinde um das Fortbestehen des Integrationsprojektes „Migration - Integration - Teilhabe“ (MIT). 68000 Euro musste die Gemeinde zusammenbekommen, um das Projekt mit Natalja Schens und Lydia Oswald ein Jahr weiterführen zu können. „Das Geld, das die Landeskirche zur Verfügung gestellt hatte, war ausgeschöpft“, erklärt Dekanin Eva Brinke-Kriebel. 25000 Euro fielen weg. Dieser Situation sah sich das Projekt 2013 zum ersten Mal ausgesetzt. Damals sprang die Sparkasse Waldeck-Frankenberg ein, das galt auch für das laufende Jahr. „In diesem Jahr haben wir dann viele Clubs und Banken angeschrieben und um Unterstützung gebeten“, sagt Eva Brinke-Kriebel. Von fast allen erhielt sie positive Antwort: Die Rotarier, die Soroptimistinnen, der Lions Club Korbach/Waldecker Land, die Sparkasse Waldeck-Frankenberg und die Waldecker Bank steuerten hohe Beträge bei, um das Projekt zu retten. Und auch Kirche und öffentliche Hand geben ihren Beitrag: Die Kirchengemeinde zahlt 6000 Euro, der Kirchenkreis ebenfalls. Das Diakonische Werk stellt Raum und Material, die Stadt Korbach hat im Haushalt 5000 Euro für MIT vorgesehen, weiteres Geld könnte als Spende fließen. Auch der Landkreis hat 5000 Euro zugesagt. „Dazu kommen viele kleine Spenden von Vereinen und Privatleuten, die uns seit Anfang an sehr helfen“, betont Lydia Oswald. Nun fehlen noch rund 10000 Euro. „Am Ende war die Differenz so klein, dass wir das Projekt auf keinen Fall aufgeben konnten“, sagt die Dekanin. Für die Lücke allerdings sind Spender willkommen.

Arbeit gibt es schließlich genug für die Damen: Immer öfter wenden sich Flüchtlinge an das Büro. „Sie sind auf der Suche nach Menschen, die ihnen helfen“, sagt Natalja Schens, „bei Behördenfragen, Telefonanschlüssen oder Arztbesuchen“. Dann gehen Natalja Schens und Lydia Oswald mit, suchen nach Beratern, stärken Menschen den Rücken und leisten ganz praktische Hilfe beim Ankommen.

„Und daneben gibt es natürlich die Projekte, die wir vor vielen Jahren angestoßen haben und die weiter laufen“, sagt Lydia Oswald. Dazu gehört die Sprachinitiative „Pro-Sprach-Aktiv“, die Migranten beim Lernen der deutschen Sprache hilft. Auch die Sprachpaten für Kinder unterstützt das Projekt. Arbeitskreise widmen sich Themen wie Sucht oder Armut.

„In unserer Ortsgruppe gibt es viele Ehrenamtliche, die Menschen im Alltag unterstützen“, erklären die Damen. Auch Aktionen wie die Interkulturelle Woche, Ausflüge für Erwachsene und Kinder bietet das Projekt an. „Dazu kommt unsere Mitarbeit in vielen Netzwerken“, erklärt Natalja Schens, „denn nur gemeinsam können wir helfen“. Dankbar seien sie, dass sie diese Möglichkeit nun noch ein weiteres Jahr haben. Was danach kommt, steht allerdings noch in den Sternen.

Von Theresa Demski

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