Interkulturelle Woche mit ökumenischem Gottesdienst, muslimischem Gebet und buntem Fest gefeiert

Sich anderen öffnen und lernen

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Christen verschiedener Konfessionen empfingen beim ökumenischen Gottesdienst muslimische Gäste.

Korbach. Das Zusammenleben der Kulturen wurde am Sonntag ausgiebig gefeiert: Muslime und Christen besuchten sich im Rahmen der Interkulturellen Woche gegenseitig beim Beten – mit teils überraschenden Einsichten.

„Kennen wir Jesus sonst so? Schroff und lieblos?“, predigte Dekanin Eva Brinke-Kriebel über eine Bibelstelle, die sie fassungslose mache: Darin weist Jesus eine hilfsbedürftige Mutter ab – denn sie ist Kanaaniterin, er sei den Kindern Israels zu Hilfe geschickt worden.

 „Und dann muss ich wieder staunen: Jesus lässt sich überzeugen – das ist ziemlich einmalig“, berichtete die Pfarrerin. Er habe dazugelernt. 

Und genau darum gehe es auch bei der Interkulturellen Woche. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kilianskirche, einem muslimischen Mittagsgebet und einem interkulturellen Fest haben Korbacher unterschiedlicher Glaubensrichtungen das traditionelle Kernstück der Interkulturellen Woche gefeiert. 

Zu Gast war auch ein Gruppe Muslime, welche im Gegenzug an ihrem Mittagsgebet teilhaben ließ.  Kahraman Patan rief zum Gebet: „Das ist wie das Glockenläuten bei Ihnen“, erklärte er. Der stellvertretende Imam aus Kassel trug die Koranverse zum Mittagsgebet vor, die Männer warfen sich mit ihm nieder. Die Gäste im Gemeindehaus verfolgten das Geschehen interessiert und hatten im Anschluss jede Menge Fragen, die der Imam ausführlich beantwortete.

Im Anschluss feierten alle gemeinsam ein interkulturelles Fest mit Speisen und Musik aus aller Welt:  Das Buffet reichte von den würzigen afghanischen Teigtaschen „Bolani“ bis zu den süßen griechischen „Loykoymades“.

Kooshan Baheri, Laura Plett und Lennard Jahn traten mehrmals auf. Dabei zitierten sie etwa den iranischen Dichter Saagi und Martin Luther King. Habib Bakshi spielte auf der Oud iranische und kurdische Lieder, die deutsch-russische Folkore-Gruppe „Die Singenden Frauen“ trat auf, und Sohrab Madadgar klagte in seinem Sprechgesang über Leid und enttäuschte Hoffnungen in Afghanistan.

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