Diemelsee

Investitionsstopp im Naturpark

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- Willingen (nv). „Die Finanzsituation für den Zweckverband Naturpark Diemelsee hat sich verschärft“, fasst Verbandsvorsteher Thomas Trachte mit Blick auf den Haushaltsplan 2011 zusammen. Den Entwurf präsentierte der Willinger Bürgermeister am Mittwochnachmittag im Besucherzentrum den Mitgliedern der Verbandsversammlung. Aufgrund des geringen Überschusses von 97 Euro – den Erträgen von 153 807 Euro stehen Aufwendungen von 153 710 Euro gegenüber – verzichtet der Verband 2011 auf Investitionen.

Den Etat prägt laut Trachte die Neuorganisation des Naturparks: Die Landkreise zahlen eine Verbandsumlage (Waldeck-Frankenberg 18 750 Euro, Hochsauerlandkreis 6250 Euro), die hessischen und westfälischen Kommunen bringen sich mit Geld- aber neuerdings vor allem mit Sachleistungen ein. Die Kommunen haben die Infrastruktur übernommen, „damit der Naturpark möglichst wenig Eigentum hat und sich auf seine eigentlichen Aufgaben besinnen kann.“ Dieses Modell habe sich bewährt, da die Kommunen meist mehr Leistungen einbrächten als sie vergütet bekämen, berichtet Trachte. Dieser Einsatz komme vor allem dem Tourismus zu Gute. Ein Beispiel: Willingen erbrachte 2010 Leistungen von rund 70 000 Euro, die Rückvergütung lag bei 20 000 Euro.

Die schwierige Finanzlage zeigt sich allerdings in einem im Vergleich zu den Vorjahren „erheblich niedrigeren Haushaltsvolumen“. 2009 und 2010 hatte der Naturpark allein in die Erneuerung der Wanderinfrastruktur und ein Grundstück zur Erweiterung des Jugendzeltplatzes am Diemelsee 107 461 Euro investieren können.

Der Stand der Rücklagen beträgt am Ende des Haushaltsjahres 2010 rund 44 000 Euro. Dieser Summe stehen Verbindlichkeiten von 85 000 Euro gegenüber. Dieser negative Kassenbestand ist 2011 und 2012 auszugleichen, so dass Trachte dazu aufruft, neue Einnahmequellen zu suchen. Wichtige Projekte 2011 sind die Neugestaltung der Internetseite und des Naturparkbüros im Rathausfoyer sowie die Erstellung neuen Werbematerials.

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