Recyclinganlage für Baumaterial in Korbach geplant

Jährlich 720 Lkw mit Schutt und Boden

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Bauschutt und Bodenmaterial sollen auf einem Gelände südlich der Sauren Breite wiederaufbereitet werden. Die Baupläne liegen noch bis zum 18. August im Bürgerbüro aus.

Korbach - Eine Anlage, um Bauschutt und Boden aufzubereiten, soll südlich der Sauren Breite entstehen. Über die bisher dorthin führenden Wirtschaftswege müssten dann pro Jahr etwa 720 Lkw-Transporte laufen – auf Kollisionskurs mit dort ebenfalls häufig fahrenden Schleppern, Mähdreschern und Häckslern, warnen Landwirte.

Die Recyclinganlage für Bauschutt und Bodenmaterial nimmt eine Korbacher Baufirma in Betrieb. Die Pläne für das 1,8 Hektar große Gelände sehen eine insgesamt 9000 Quadratmeter große Fläche für Aufbereitung und Lagerung vor. Außerdem soll eine Halle für die benötigten Baumaschinen mit einer Grundfläche von maximal 20 mal 30 Metern und einer Gesamthöhe von bis zu zwölf Metern entstehen. Maximal 10000 Kubikmeter zu verwertendes Material (je nach Schüttdichte etwa 15000 bis 18000 Tonnen) können gelagert werden.

Das Areal im Bereich „Am Jungfernstein beim Fischerwege“ liegt etwa einen Kilometer außerhalb Korbachs zwischen Frankenberger Landstraße (Kreisstraße 25) und Bundesstraße 252 im Wasserschutzgebiet IIIa (weitere Schutzzone). Verbunden ist der Betrieb mit durchschnittlich etwa sechs Lkw-Transporten täglich. Anliefern und abholen können die Muldenkipper das Material montags bis samstags zwischen sechs und 22 Uhr.

Im Zuge der Bauleitplanung, die von den Stadtverordneten im Juli auf den Weg gebracht wurde, gab es in der vergangenen Woche einen öffentlichen Informationstermin im Rathaus. Den nutzten Landwirte, um auf die Gefahr möglicher Engpässe beim Liefern und Abholen hinzuweisen. Das Risiko, dass Laster und landwirtschaftliche Gespanne im Begegnungsverkehr aneinandergeraten, sei auf den Wirtschaftswegen recht hoch. Um dieses Problem zu lösen, käme sicherlich in Betracht, mehrere Ausweichbuchten auf den Strecken einzurichten, berichtete Marie-Louise Häpe vom Stadtbauamt. Im Zuge des weiteren Beteiligungsverfahrens werden die Einwände der Landwirte berücksichtigt und bewertet, so die Stadtplanerin. Noch bis zum 18. August besteht die Möglichkeit, Unterlagen, Pläne und Skizzen im Bürgerbüro des Rathauses (montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr und samstags von 9.30 bis 13 Uhr) einzusehen. Zum Abschluss dieser Frist findet am Dienstag, 18. August, 19.30 Uhr, ein weiterer öffentlicher Erörterungstermin im Rathaus (Magistrat-Sitzungszimmer) statt.

Bereits seit 2009 lagert die Korbacher Baufirma auf einem Teil des Grundstücks wiederverwertbare Baustoffe. In der Anlage „zur Zerkleinerung und Zwischenlagerung mineralischer Baustoffe“ kommt ein sogenannter raupenmobiler Prallbrecher zum Einsatz, den das Unternehmen für die Betriebszeiten anmietet. Dieses Gerät zerkleinert etwa 240 Tonnen Bauschutt pro Stunde. Eine „Bebrausungsanlage“ soll verhindern, dass Staub aufgewirbelt wird. Höchstens siebenmal pro Jahr soll die Anlage laufen.

Von Thomas Kobbe

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