Eberhard Gienger turnt beim Festakt des VfL Adorf und hält eine Festrede zur Bedeutung des Ehrenamte

110 Jahre dank freiwilliger Helfer

Vor 110 Jahren gründeten Sportler den Turnverein Adorf. Das Foto stammt aus der Zeit um 1905. Am Freitag blicken die Mitglieder des VfL Adorf auf die lange Vereinsgeschichte zurück.

Diemelsee-Adorf - Das 110-jährige Bestehen des VfL Adorf feiern die Mitglieder des Vereins am Freitagabend. Der frühere Ausnahme-Turner Eberhard Gienger wird mit seinem Auftritt auf die Wurzeln des VfL verweisen.

„Einfach nur trainieren. Nicht denken, die Bewegung komme zu einem.“ So erklärt sich Eberhard Gienger das Geheimnis seiner Fitness auch im fortgeschrittenen Alter. Gienger wird als „Beckenbauer des Turnsports“ bezeichnet. Die Erfolge verdeutlichen, woher dieser Titel kommt. Er war zwischen 1971 und 1981 36-facher Deutscher Meister, drei mal wurde er Europameister am Reck und 1974 Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal erturnte Gienger Bronze am Reck und wurde 1974 und 1978 zu Deutschlands Sportler des Jahres gewählt.

Lernen fürs Leben

Seit 2002 sitzt Gienger für die CDU im Bundestag. Und am Freitag kommt er mitten im Wahlkampf anlässlich des 110. Geburtstags des VfL Adorf in die Dansenberghalle. Dort wird er neben einem Auftritt am Reck auch eine Rede zur Bedeutung des Ehrenamtes halten.

Gegenüber der WLZ erklärte der turnende Politiker, dass sich das Aufgabenfeld der freiwilligen Helfer in Zukunft verändern müsse - und sich bereits im Wandel befinden würde. Das hänge vor allem mit den längeren Unterrichtszeiten bis in die Nachmittagsstunden zusammen, was Gienger als Vor- und Nachteil sieht. „Die Sportvereine haben die Möglichkeit, mit ihren Angeboten an die Schulen zu gehen, und dort auch neue Vereinsmitglieder zu werben.“ Durch die Kooperation mit Schulen würden an ehrenamtliche Helfer aber neue Anforderungen gestellt. „Viele sollen das gleiche leisten wie Lehrer, dafür fehlt meist aber die pädagogische Qualifikation“, so Gienger.

Zudem müssten Schulen verstärkt von sich aus auf Sportvereine zugehen. Das alles seien aber Probleme, die in Zukunft angegangen werden könnten.Dass sich Ehrenamt vor allem auch für Jugendliche lohnt, davon ist der Olympionike überzeugt: „Junge Menschen können so sehr viel über Menschenführung lernen und sich in die Gesellschaft einbringen.“ Das sei hilfreich für das weitere Leben.

Diese Worte wird wohl auch Dieter Stöcker, Vorsitzender des VfL Adorf, unterstreichen. Etwa 940 Mitglieder sind im größten Diemelseer Verein aktiv. Dass am Freitagabend der 110. Geburtstag gefeiert werden kann, ist der Verdienst vieler ehrenamtliche Helfer, egal ob im Vorstand oder als Übungsleiter.

Das Programm

Ein unterhaltsames Programm soll den Gästen beim Festabend des VfL Adorf am Freitag, 30. August, in der Dansenberghalle geboten werden. Los geht es um 20 Uhr mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden Dieter Stöcker. Dann treten Eberhard Gienger und sein Partner Bernd Effing mit Sportakrobatik und Comedy auf. Nach Grußworten folgt eine Aufführung der VfL-Übungsleiter. Gienger hält zudem die Festrede. Mit Tanzaufführungen der Line Dancer sowie der Gruppe „Happy Feet“ und Ehrungen geht der offizielle Teil zu Ende. Ab 22.15 Uhr übernimmt die Band „No Limit“. Die Geschichte des Vereins wird in einer Bilderausstellung zu sehen sein, die Organisatoren verzichten bewusst auf einen langen Rückblick am Rednerpult.

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