Brieftaubenzuchtverein „Sport“ Korbach feiert Jubiläum · Ältester Verein Nordhessens

Ein Jahrhundert in der Luft

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Der Vorsitzende Helmut Pohlmann mit dem Pokal des Verbands Deutscher Brieftauben-Liebhaber.

Korbach - Er ist der älteste bestehende Brieftaubenzuchtverein Nordhessens: „Sport“ Korbach feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Auch der Taubensport ist moderner geworden: Früher hat eine mechanische Uhr die Ankunftszeit auf einen Papierstreifen gestempelt. Heute werden die Vögel elektronisch registriert, wenn sie in ihren Schlag zurückkehren. „Mit einem Piep, wie bei Aldi an der Kasse“, schmunzelt Helmut Pohlmann, Vorsitzender des Brieftaubenzuchtvereins „Sport“ Korbach. Eines hat sich in den vergangenen 100 Jahren aber nicht geändert: Die Faszination, Tiere zu besitzen, die immer wieder zurückkommen, obwohl sie die vollkommene Freiheit haben.

Und noch etwas ist gleich geblieben: Damals wie heute heißt der Vorsitzende mit Nachnamen Pohlmann: 1914 wählten die Mitglieder Fritz Pohlmann (Fett-Pohlmann) zum ersten Mann im Verein, heute führt Helmut Pohlmann die Geschäfte. „Verwandt sind wir aber nicht“, sagt der heutige Vereinschef.

Vor 100 Jahren hatten die Taubenzüchter noch die „Kriegspost“ im Titel - in Anspielung auf die Bedeutung der Vögel in der militärischen Nachrichtenübermittlung. Mit der Reichsbahn wurden die Tauben zu den Auflassplätzen transportiert und von Bahnmitarbeitern fliegen gelassen. Während des Ersten Weltkriegs pausierte die Vereinsarbeit. Nach dem Krieg wurde derselbige aus dem Namen gestrichen, der Verein firmierte unter „Post“ Corbach.

Durch den Zweiten Weltkrieg kam der Reisebetrieb von 1943 bis 1949 erneut zum Erliegen. Unter Vorsitzendem Friedrich Finke wagten die Taubenzüchter einen Neubeginn. Der Vereinsname „Post“ musste allerding laut Verfügung der USA-Bestzungsmacht geändert werden. Der Verein wurde unter dem Namen „Sport“ Korbach weitergeführt. Damals hatte der Verein fast 40 Mitglieder aus vielen Orten des Kreises Waldeck und dem benachbarten Westfalen. Doch schon 1957 spalteten sich die Vereine „Heimatliebe“ und „Vereinte Freunde“ ab.

Heute gehören Orhan Akdemiz, Helmut Paul, Jürgen hofmann und Helmut Pohlmann (alle Korbach) sowie Klaus Hasecke und Karlheinz Schulze (beide Lichtenfels) dem traditionsreichen Verein an. Der Verband Deutscher Breiftauben-Liebhaber hat das lange Bestehen mit einem Pokal gewürdigt.

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