Theatergruppe aus Fürstenberg feiert Premiere mit der Komödie „Von Erholung keine Spur“

Japaner, Blondinen und Elektrozäune

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Turbulente Komödie (von links): Jakob (Till Buckert), Alfons und Hanna Striegelmayer (Thorsten Ruhe und Petra Steffen) begrüßen ihre Gäste Clarissa und Bernhard Wollenstein (Steffi Ehringhausen und Klaus Hoffesommer). Doch der viel beschäftigte Manager (rechts oben) will bald wieder abreisen. Davon soll ihn Jacqueline (Tabea Schröer, rechts unten) abhalten. Fotos: Lutz Benseler

Lichtenfels-Fürstenberg - „Von Erholung keine Spur“ heißt die Komödie in drei Akten von Andreas Kessner, der die Fürstenberger Theatergruppe ihren eigenen ganz persönlichen und sehr erfolgreichen Stempel aufgedrückt hat.

Von Erholung keine Spur, das galt auch für die Lachmuskeln der Zuschauer bei der Premiere am Ostersonntag in der Igelstadthalle. Die Fürstenberger Laienschauspielschar sorgte mit der temporeichen Boulevardkomödie für zwei Stunden gute Unterhaltung.

Worum ging es? Der schwerreiche Manager Bernhard Wollenstein (seriös: Klaus Hoffesommer) wird von seiner Ärztin zu einem Erholungsurlaub verdonnert und das, wo er doch einen wichtigen Geschäftstermin in Japan hat. Unter dem Drängen seiner Frau Clarissa (Steffi Ehringhausen als „desperate housewive“) gibt er schließlich nach und reist mit ihr auf den abgelegenen Hof zu Hanna und Alfons Striegelmayer (Petra Steffen und Thorsten Ruhe) mitten ins Fürstenberger Funkloch. Nur leider hat Bernhards Sekretärin Frau Müller es versäumt, den Termin in Japan abzusagen.

Um das Millionengeschäft mit den Japanern nicht an die Inder zu verlieren, beschließt Bernhard, trotz des Protestes seiner Frau und der Gastgeber, mit denen ein fürstlicher Betrag für den Aufenthalt ausgehandelt wurde, seinen Erholungsurlaub bereits am ersten Tag abzubrechen und nach Japan zu fliegen.Das passt Hanna Striegelmayer natürlich gar nicht, schließlich kann die Familie das Geld für einige dringende Instandsetzungsarbeiten auf dem Hof gut gebrauchen. Ihr sind alle Mittel recht, um die Abreise des Managers zu verhindern.

Doch noch nicht mal der vom nur scheinbar einfältigen Knecht Jakob - herrlich schräg gespielt von Till Buckert - ausgeführte Sabotageakt an der Limousine der Wollensteins macht die Reisepläne des Gastes zunichte. Dieser bestellt sich kurzerhand den Firmenhubschrauber auf Brützels Wiese. Aber Hanna weiß, was Männer in den besten Jahren aus der Spur bringt: Ihrer hübschen blonden Tochter Jacqueline (Tabea Schröer) kann selbst der pflichtbewussteste Manager nicht widerstehen. Und plötzlich scheint das Japangeschäft doch nicht mehr so wichtig. Es kommt, wie es kommen muss: Das Ränkespiel gerät außer Kontrolle. Ein defekter Elektrozaun trägt das Seine dazu bei. Doch zum Schluss sind sich alle wieder einig: Schuld sind immer die Japaner.

Am Ende gab es reichlich Applaus - verdienter Lohn für einen amüsanten Abend. Mit dazu beigetragen haben neben den Schauspielern zahlreiche Helfer hinter den Kulissen sowie Paula Buckert und Nadine Rößner-Pollmächer als Souffleusen.

Wer das Stück verpasst hat oder noch mal sehen möchte: Eine zweite Aufführung geht am Samstag, 11. April, um 19.30 Uhr über die Bühne. Einlass ist bereits ab 18.30 Uhr. Im Anschluss sind alle zum geselligen Ausklang eingeladen, für Essen und Getränke ist - auch in den Pausen - gesorgt.

Von Lutz Benseler

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