Festliche Zeugnisvergabe in der Stadthalle: Berufliches Gymnasium verabschiedet 68 Abiturienten

„Jeder von Ihnen ist etwas Besonderes“

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Insgesamt bekamen gestern Morgen 68 Abiturienten der Beruflichen Schulen ihre Abschlusszeugnisse in der Stadthalle. „Wir waren sogar fürs Motto zu faul“ lautete ihr Jahrgangsmotto. Mit guten Leistungen hatten sie am Ende aber das Gegenteil bewiesen.

Korbach - Den „Anpfiff zur letzten Runde“ gab Schulleiter Werner Schmal gestern Vormittag seinen Abiturienten vom Beruflichen Gymnasium. 68 Absolventen bekamen in der Stadthalle ihre Zeugnisse.

„Hip hip hurra! Alles ist super. Alles ist wunderbar!“ Laut und deutlich klangen die Zeilen der Ärzte durch die Stadthalle und verkündeten die Stimmungslage. Auf der Bühne standen 68 Abiturienten und feierten sich selbst. Grund genug hatten sie: Denn gestern bekamen die Absolventen des Beruflichen Gymnasiums ihre Zeugnisse.

Guter Notendurchschnitt

„Nicht alle haben ihr Potenzial voll ausgeschöpft“, befand Schulleiter Werner Schmal während seiner Festrede und erinnerte an das Motto des Jahrgangs „Wir waren sogar fürs Motto zu faul“. Mit etwas mehr Einsatz hätte der ohnehin schon gute Notendurchschnitt des Jahrgangs rekordverdächtig werden können, befand Schmal.

„Aber jeder von Ihnen ist was Besonderes“, ergänzte er. Viele Talente würden während der Schulzeit gar nicht entdeckt. Aber mit dem Abiturzeugnis in der Tasche könnten sich die Schüler nun auf den Weg in die Welt machen, um sie zu entfalten.

Auch Lehrer Klaus Reitze befand in seiner Rede voll klugem Witz: „Die Schule hat sie ausgestattet zur Gestaltung und Bewältigung Ihres Lebens, nun können Sie Ihren Beitrag zur Rettung der Welt leisten“.

Dass das Berufliche Gymnasium seine Schüler gut für den Arbeitsalltag ausbilde, erklärte auch Erster Beigeordneter Jens Deutschendorf: „Der Unterricht greift dem Studium schon vor und gilt deswegen als besonders gute Vorbereitung“. Dankbar für die Stärkung der Schulform war nicht nur Schmal, sondern auch Abteilungsleiter Uwe Schönrock: „Wir bekommen viel Gegenwind“, erklärte er, „aber wir bleiben ein Erfolgsmodell.“

„Widerspruch wagen“

Bester Beweis dafür seien die erfolgreichen Absolventen: „Wagt Widerspruch und sagt eure Meinung“, ermutigte Schönrock die Abiturienten, „und bleibt, wie Ihr seid.“ Dazu rief auch Landtagsabgeordneter Armin Schwarz auf, der selbst bis vergangenes Jahr Lehrer am Beruflichen Gymnasium war. Bei seinem viel beklatschten Heimspiel erklärte Schwarz: „Geht zielstrebig voran, Ihr werdet an vielen Stellen gebraucht“.

Dass sich der Landkreis eines Tages über die Rückkehr der Jugendlichen freuen würde, vergaß keiner der Redner zu betonen. „Geht in die Welt, kommt wieder zurück, wir schaffen in der Zeit die Arbeitsplätze für euch“, zitierte Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich schmunzelnd ein Gespräch mit Uwe Schönrock.

Bevor die Absolventen wieder an Ausbildung und Studium denken, steht nun erstmal das Feiern ihres Erfolgs im Mittelpunkt - musikalische Unterstützung bekamen sie dabei vom musikalischen Lehrerduo „Mitscher & Messana“, die von den Absolventen Franziska Berlitz und Ara Aboolian begleitet wurden.

„Ein Schüler ist ein Mensch, der keinen Aufwand betreibt, um sein Nichtstun zu begründen“, fasste Abiturient Franz Nowak schließlich zusammen, nachdem er alle „Politiker und andere Schlitzohren“ begrüßt hatte. Leroy Wolff, weniger frecher Gegenpol während der Schülerrede, blickte nicht ohne Wehmut auf drei gemeinsame Jahre zurück: „Die gute Fee hat damals ein glückliches Händchen gehabt, als sie unseren Jahrgang zusammengewürfelt hat.“ Nun seien sie fest entschlossen, das große Tor der Berufswelt, das weit offen stehe, zu durchschreiten.

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