Korbach

„Jedermann“ vor dem Kilian-Südportal

- Korbach (tk). Um den Orgelbau-Förderverein zu unterstützen, führt die Freilichtbühne 2010 Hugo von Hofmannsthals Tragödie „Jedermann“ vor der besonderen Kulisse des Figurenportals der Kilianskirche auf.

Zuschauer und Mitspieler schwärmen noch heute von den drei vergangenen Aufführungen des „Spiels vom Sterben des reichen Mannes“, die 1988 und 1991 an gleicher Stelle sowie beim Hessentag 1997 in der Nikolaikirche stattfanden. „Bei diesem Projekt kann es nur Gewinner geben“, kündigte Volker Thielemann, Vorsitzender der Freilichtbühne, gestern bei der Vorstellung des neuen Spielplans an. „Die Kiliansgemeinde freut sich auf die Aufführung“, ergänzte Dekan Bernd Böttner. Bevor die Buhlschaft, Hausvogt, Tod und Teufel vor der Kirche in Erscheinung treten, erwartet die Besucher im Schießhagen das Familienstück „Die Kleine Hexe“ von Otfried Preußler (Spielleitung: Heike Pötzsch) und der Komödienklassiker „Das Haus in Montevideo“ von Curt Goetz (Spielleitung: Elke Barlozek). Beide Stücke werden zwischen dem 26. Juni und 15. August jeweils 24-mal aufgeführt. Nach der eher durchwachsenen Saison 2009 hofft Thielemann, dass insbesondere das Lustspiel mehr Zuschauer­interesse weckt als „Romulus der Große“ in diesem Jahr. Das Stück mit Witz, Ironie und Tiefgang sei offenbar nicht angekommen. „Die Resonanz auf ,Romulus' war enttäuschend“, bilanzierte er. Ganz anders hingegen das Fazit für „Eine Woche voller Samstage“. Nach „Momo“ 2006 konnte mit der von Heike Pötzsch inszenierten Geschichte von Frau Rotkohl, Herrn Taschenbier und dem „Sams“ das zweitbeste Besucherergebnis der letzten Jahre erzielt werden. Insgesamt kamen 6349 Zuschauer in den Schießhagen, deutlich weniger als 2008 mit 7544 Besuchern. Thielemanns Resümee: „Die Kosten sind eingespielt. Wir verzagen nicht, sondern gehen mutig und zuversichtlich in das Jahr 2010.“Premiere soll „Jedermann“ am 28. August nächsten Jahres feiern. Vor dem Südportal finden dann 500 Zuschauer pro Vorstellung auf einer eigens aufgebauten Tribüne Platz. Rund zehn Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft bringen die Kosten von rund 8500 Euro auf. Die Eintrittspreise liegen bei 13,50 Euro pro Person. Davon sollen 2,50 Euro pro Karte dem Förderverein gespendet werden. „Unser Ziel ist es, nach den insgesamt zehn Vorstellungen einen fünfstelligen Betrag zur Verfügung stellen zu können“, sagte Thielemann. Aktuell umfasst das Spendenkonto des Fördervereins 252 000 Euro. 116 000 Euro fehlen noch, um die Summe von insgesamt rund 360 000 Euro aufzubringen – also 50 Prozent der Gesamtkosten für den Orgel-Neubau. „Die Rollen sind besetzt, die Textbücher verteilt, die Proben beginnen am 7. März“, berichtete Thielemann von den Vorbereitungen. Wer die viel beachtete „Buhlschaft“ verkörpern wird, verriet er allerdings noch nicht. An der Seite des erfahrenen Theatermannes Günther Treptow, der die Korbacher Freilichtbühne seit vielen Jahren bei der Regieführung berät, agiert erstmals Claudia Woll, die bisher als Darstellerin auf der Bühne zu sehen war.

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