Anspruch der Gründerväter der SG Lichtenfels hat bis heute Gültigkeit · Festabend zum Jubiläum

Für jedes Alter ein Sportangebot

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Lichtenfels - Rhadern - Vor 50 Jahren war die SG Lichtenfels mit dem Anspruch angetreten, jedem Interessierten jeden Alters die Möglichkeit zu bieten, Sport zu treiben - und dabei die Geselligkeit nicht zu kurz kommen zu lassen.

Beim Festabend im Dorfgemeinschaftshaus Rhadern aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Sportgemeinschaft stand die Geselligkeit an erster Stelle, einen großen Raum nahmen aber auch die Ehrungen für Verdienste aus mehr als 50 Jahren ein (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite).

Vom Anspruch, für jedes Alter ein passendes Sportangebot im Programm zu haben, sind die Verantwortlichen nie abgerückt, dafür gab es in den Grußworten denn auch viel Lob.

„Auf Dalwigksthaler Terrain wird Fußball gespielt, in Rhadern gefeiert“, lobte Uwe Steuber die gelungene Aufteilung in der SG Lichtenfels zwischen den beteiligten Ortsteilen und gratulierte als Bürgermeister der Stadt zum vollendeten halben Jahrhundert. Als zukunftsträchtige Aktion wertete Steuber in seiner Funktion als Sportkreisvorsitzender die Einrichtung von Angeboten, mit denen die Vereine den Fitness-Studios Paroli bieten könnten, wie dem von der SG veranstalteten „Fit in die Zukunft“, das im November an den Start geht.

„Motivation, Begeisterung, Ehrenamt“ auf diesen drei Säulen steht nach Einschätzung des Landtagsabgeordneten Armin Schwarz die SG, die jeden zweiten Einwohner von Rhadern (unter Ausschluss des Seniorenwohnheims) zu ihren Mitgliedern zählen kann.

Die Bedeutung des Ehrenamts betonte auch Ewald Wollert, der nicht nur Vorsitzender des Kreissportgerichts, sondern auch Ehrenamtsbeauftragter des Sportkreises Waldeck-Frankenberg ist. In der Gründungsphase vor 50 Jahren war die seinerzeit gewählte Bezeichnung SG für Sportgemeinschaft noch frei von dem bedrohlichen Beiklang, der sich aus der massiven Zunahme der aus der Not geborenen Spielgemeinschaften in den letzten Jahren ergeben habe.

Der Fußballnachwuchs aus Rhadern und Dalwigksthal spielt heute auch in der JSG Lichtenfels, die den Platz auf dem Kirberg, einst die Wiege der SG Lichtenfels und des Vorgängervereins Grün-Weiß Rhadern-Dalwigksthal, als Spielstätte nutzt.

Mit der Verpflichtung, den Platz stets auf dem erforderlichen Niveau zu halten, stößt die SG Lichtenfels, die ohne Eintrittsgelder nicht die erforderlichen Einnahmen generieren kann, aber zunehmend an ihre Grenzen, so Frank Erfurth am Ende seines detaillierten Ausflugs durch 50 Jahre SG-Historie und 16 Jahre Vorgeschichte, denn mit der Vorbereitung des Geländes auf dem Kirberg (1947) spielten die Kicker aus Rhadern und Dalwigksthal erstmals zusammen.

Bis 2003 spielte der Fußball zumeist die Hauptrolle, auch wenn die Mannschaft schon früher mit dem Phänomen Spielermangel konfrontiert war als andere Vereine. Für Ortsvorsteher Walter Seibel ist die Einstellung des Spielbetriebs 2003 immer noch ein Einschnitt, doch ins selbe Jahr fällt auch die Gründung der überaus aktiven Wandergruppe durch Helmut Debus und Ulrich Kessler. Und auch die in diesem Jahr von Friedrich Bröhland ins Leben gerufene Männer-Gymnastikgruppe hat sich als Erfolgsmodell erwiesen, mit dem die SG Lichtenfels erneut bewiesen hat, dass sie ihrem Anspruch nach wie vor gerecht wird. Und der Nachsatz, wie positiv sich die Männergymnastik aufs Wohlbefinden ausgewirkt hat, fällt am Ende von mehr als einer Rede.

Mit beeindruckender Klangkultur setzte der Frauenchor Rhadern unter der Leitung von Gisela Grosche immer wieder musikalische Verschnaufpausen. Zu den Höhepunkten des Programms gehörte „Das Farbenspiel des Windes“, „Lord of the Dance“ oder die munter in Szene gesetzten „Flintstones“. „Wenn alle so gut Fußball spielen wie die Frauen singen, dann könnt ihr jederzeit wieder anfangen“, lobte Gerhard Eierdanz, der als Vertreter der in einer SG organisierten Nachbarvereine Immighausen/Fürstenberg anwesend war, die Darbietung der Frauen und lud die eins­tigen JSG-Partner schon mal zum eigenen Jubiläum in zwei Jahren ein.

Ehrung verdienter Mitglieder

Viele Funktionen ausgeübt, viele gute Gründe für Ehrungen geliefert hatten zahlreiche Mitglieder der SG Lichtenfels. Gleich von drei Seiten war Hartmut Pohlmann für den Ehrenbrief des Landes Hessen vorgeschlagen worden. Für Bürgermeister Uwe Steuber war die Verleihung der Auszeichnung an diesen besonders verdienten Mitbürger eine mit Vergnügen wahrgenommene Pflicht. „Was man macht, sollte man mit Freuden tun, ich habe vieles mit Freuden gemacht“, antwortete der Geehrte, der noch für drei weitere Auszeichnungen nach vorn gebeten wurde.

Mit Verdienstadeln des Landessportbundes wurden ausgezeichnet: Helmut Debus (Wanderabteilung seit 2003, er ist zertifizierter Wanderführer), Frank Erfurth (Vorsitzender seit 1997), Helmut Kessler (Fußballobmann von 1988 bis 2002), Hartmut Pohlmann (Kassierer von 1982 bis 2013) und Wilfried Schnatz (stellvertretender Vorsitzender von 1986 bis 1995 und erneut seit 2002). Ewald Wollert (Vorsitzender des Kreissportgerichts und Ehrenamtsbeauftragter des Sportkreises Waldeck-Frankenberg) übergab an den Vereinsvorsitzenden Frank Erfurth für 50 Jahre Fußball die Ehrenplakette des Deutschen Fußballbundes (DFB) und die Ehrenplakette des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). Mit Ehrenbriefen des Hessischen Fußballverbandes wurden ausgezeichnet: Wilfried Schnatz, Hartmut Pohlmann, Helmut Kessler, Helmut Iske und Manfred Arnold. „Helft mit, das Ehrenamt zu erhalten, nur damit können Vereine und Dorfgemeinschaften noch bestehen“, appellierte Wollert an die Vereinsmitglieder. Für 50-jährige Vereinszugehörigkeit wurden folgende Vereinsmitglieder mit Ehrenurkunde und Geschenk geehrt: Wilhelm Barbe, Helmut Debus, Gottfried Ebersbach (zusätzlich Ehrenmitglied), Wilfried Geldbach, Oswald Giebl, Karl-Heinz Grebe, Hermann Grosche, Willi Grosche, Hermann Iske, Helmut Kessler, Friedhelm Koch, Wolfgang Lingelbach, Karl Mütze, Hartmut Pohlmann, Fritz Schnatz, Wilhelm Schultze sen. und Karl-Heinz Schulze. Ernst Huneck erhielt eine goldene Ehrennadel und eine Urkunde für 40-jährige Vereinszugehörigkeit. Für 25-jährige Vereinstreue wurden mit einer silbernen Ehrennadel und einer Urkunde geehrt: Cornelia Berens, Walter Fels, Jutta Freese, Steven Freese, Klaus Hansel, Andreas Kelling, Helma Kelling, Martin Kelling, Sabine Kelling, Heinrich Kelling, Renate Seibel, Helga Schmoll, Gudrun Kessler, Willi Reich, Willi Maurer, Helga Schau-Tisold und Frank Erfurth.

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