Diemelsee

„Jesus hat Kinder nie abgewiesen“

- Diemelsee / Korbach (nv). Kinder, die beim Abendmahl Hostie und Kelch gereicht bekommen, sind ein ungewohntes Bild. Dem „Abendmahl mit Kindern“ haben sich viele Gemeinden des Kirchenkreises jedoch bereits geöffnet. Jüngstes Beispiel ist das Kirchspiel Flechtdorf.

„Zum Abendmahl gehen darf erst, wer konfirmiert ist“: Diese Ansicht ist weit verbreitet, denn sie war in der evangelischen Kirche lange Tradition. Inzwischen ist es in den evangelischen Landeskirchen jedoch üblich, alle Getauften an den Tisch des Herrn einzuladen, also auch Kinder (siehe Stichwort). „Unsere Landeskirche hat schon vor vielen Jahren durch einen Beschluss der Landessynode die Feier des Abendmahls für Kinder geöffnet“, berichtet Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis des Eisenbergs.

„In unserem Kirchenkreis ist das Abendmahl mit Kindern sehr verbreitet“, ergänzt sie. „Die meisten Gemeinden feiern es gemeinsam, einige sind gerade auf dem Weg. Nur in zwei Gemeinden sind Kinder nicht zugelassen.“ Üblich ist nach Angaben der Dekanin, das Abendmahl mit Kindern in Familiengottesdiensten, zum Beispiel zu Erntedank, zu feiern. Diese seien in der Liturgie etwas auf die Kinder zugeschnitten.

Ihre Erntedankgottesdienste wählten auch die Kirchenvorstände im Kirchspiel Flechtdorf (Flechtdorf, Wirmighausen, Benkhausen) aus, um das Abendmahl mit Kindern einzuführen. „Einmal im Jahr treffen wir uns zu einem Kirchenvorstandstag und bearbeiten ein aktuelles Thema“, erklärt Pfarrer Ingo Frank. Die Diemelseer setzten sich intensiv mit dem Abendmahl mit Kindern auseinander, luden sich zum Beispiel eine Referentin ein. Im Februar beschlossen sie, das Abendmahl künftig häufiger zu feiern und es für Kinder zu öffnen. Bislang waren junge Christen mit der Konfirmation zugelassen. In Flechtdorf und Wirmighausen traten Kinder und Eltern am vergangenen Sonntag erstmals gemeinsam vor den Altar, um Hostie und Kelch zu empfangen. Die Benkhäuser feiern den Erntedankgottesdienst mit Abendmahl am Sonntag um 9.30 Uhr.

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