Bundesprogramm „The Job of my Life“

Junge Spanier beginnen Ausbildung im Waldeck-Frankenberger Bauhandwerk

+
Die Organisatoren der Kreishandwerkerschaft freuen sich schon auf die Praktikanten und angehenden Lehrlinge aus Spanien: Abteilungsleiter Friedrich Schüttler, Hauptgeschäftsführer Gerhard Brühl, die Sozialpädagogin Cheryn Schaffer, Heide-Rose Barbe vomn der kaufmännischen Leitung des Berufsförderungswerks, der Leiter des Korbacher Lehrbauhofes, Karl-Heinz Emde, und der Obermeister der Bau-Innung, Ulrich Mütze.

Korbach. Ziegel, Mörtel, Schiefer, Backstein – mit derartigen deutschen Vokabeln schlagen sich derzeit 13 junge Spanier herum: In zwei Wochen beginnen sie im Korbacher Lehrbauhof ein fünfwöchiges Praktikum. Es soll in eine Ausbildung im heimischen Bauhandwerk münden.

Die Spanier nehmen am Bundesprogramm „The Job of my Life“ teil. Sie stammen aus der Provinzhauptstadt Cáceres in der dünn besiedelten Region Extremadura. Die Arbeitslosigkeit dort sei hoch, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Gerhard Brühl. Die Wirtschaftskraft liegt weit unter dem spanischen Durchschnitt.

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit hat die Teilnehmer vermittelt. Am Anfang stand ein mehrwöchiger „Sprachkurs im Herkunftsland“. 21 Jugendliche haben ihn begonnen, 13 werden am 18. Juli in Korbach zum Betriebspraktikum erwartet. Es bildet die zweite Phase.

Die ersten beiden Wochen verbringen die Teilnehmer im Korbach Lehrbauhof. Sie sollen sich und ihr Gastgeberland näher kennenlernen und sich auf ihre Berufe vorbereiten. 

Dann geht es für zwei Wochen in heimische Firmen, damit sie ihre möglichen Ausbilder und Betriebsabläufe kennenlernen. In der letzten Woche im Lehrbauhof stehen noch einmal der Spracherwerb und Organisationsfragen im Mittelpunkt.

Danach kehren die Spanier für eine Woche nach Cáceres zurück, um Ende August ihre dreijährige Ausbildung in Betrieben im Kreis zu beginnen: Fünf wollen Straßenbauer werden, drei Maurer und fünf Dachdecker. 

Untergebracht sind die Jugendlichen zunächst in der Korbacher Jugendherberge. Die Kreishandwerkerschaft würde sich freuen, wenn sich Gastfamilien mit Bezug zu Spanien fänden. Sie könnten den jungen Leuten ein möbliertes Zimmer oder eine Einliegerwohnung anbieten. Da sie als Lehrlinge die tarifliche Ausbildungsvergütung erhalten, können sie auch eine kleine Miete zahlen.

 Der Familienanschluss soll auch dazu beitragen, sich leichter zurechtzufinden und das Heimweh zu bekämpfen, das die Teilnehmer erfahrungsgemäß befällt. 

Auch Vereine oder ehrenamtliche „Paten“ sind willkommen, die zur Freizeitgestaltung und zur Eingliederung in Waldeck-Frankenberg beitragen könnten. Schließlich sollen sich die Spanier im Kreis wohlfühlen und nach ihrer Ausbildung möglichst als Gesellen in den Betrieben weiterarbeiten.

Die Kreishandwerkerschaft kümmert sich aber ebenfalls um die angehenden Handwerker: Die Sozialpädagogin Cheryn Schaffer steht ihnen als Begleiterin an der Seite – im Programm wird sie „Kümmererin“ genannt. 

Auch das erfahrene Team des Lehrbauhofes betreut die Gruppe, dort verbringen die Spanier ohnehin ihr erstes Lehrjahr, das in Module aufgeteilt ist. Zur Vorbereitung hat sich die Kreishandwerkerschaft dem Netzwerk der Mobil-Pro-Projekte angeschlossen, es empfahl auch, Gastfamilien zu suchen. Außerdem ist sie an die Willinger herangetreten, die seit drei Jahren am Programm teilnehmen. 

Am Mittwoch kamen die Ausbilder von zehn Firmen bei der Kreishandwerkerschaft zusammen, um letzte organisatorische Fragen vor dem Beginn des Praktikums zu klären. Dabei zeigte sich, wie groß das Interesse ist: Wesentlich mehr Spanier hätten einen Ausbildungsplatz bekommen können.

Interessierte Gastfamilien oder Betreuer wenden sich an Cheryn Schaffer von der Kreishandwerkerschaft, Telefon 05631/9535-216, Mail: schaffer@bfh-korbach.de

Kommentare