100 Jahre St. Marien: Gemeindefest rundet Jubiläumswoche ab

Jungen Menschen den Glauben vorleben

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Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hielt am Sonntagmorgen das Pontifikalamt in der St.-Marien-Kirche. Karin Schmidt, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, hielt eine der Lesungen. Foto: Hans Jürgen Biermann

Korbach - Mit einer groß angelegten Festwoche hat die katholische Kirchengemeinde St. Marien der Kirchweihe vor 100 Jahren gedacht. Am Ende stand das Gemeindefest, das bei gutem Wetter ein voller Erfolg wurde.

Runde Geburtstage sind immer etwas Besonderes, zu denen man Freunde und Weggefährten einlädt und Erlebnisse Revue passieren lässt. Wenn eine Kirchengemeinde 100-jähriges Jubiläum feiert, ist das ähnlich.

Am 1. Juni 1915 war die St.-Marien-Kirche unter dem Segensspruch „Allerseligste Jungfrau Marie von der Himmelfahrt“ eingeweiht worden und bot seit jeher den Menschen einen Ort des Gebets und der Zusammenkunft. Anlässlich dieses 100-jährigen Bestehens veranstaltete die Gemeinde eine Festwoche, die mit einem Pontifikalamt des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker und dem anschließenden Gemeindefest endete.

Neben dem Korbacher Pfarrer, Dechant Bernd Conze, und Pastor Dr. Peter Capito waren am Sonntagmorgen Domkapitular Gisbert Wisse, der erst vor einem halben Jahr in den Ruhestand verabschiedet worden war, und Pater Bartholomeus Denz von der Benediktinerabtei Gerleve stellvertretend für alle ehemaligen Vikare anwesend. Erzbischof Becker ermunterte in seiner Predigt, den Blick mutig nach vorne zu richten und der sinkenden Zahl der Kirchenmitglieder zu trotzen.

Wie gut es um die katholische Kirchengemeinde Korbach steht, zeigte sich nämlich schon im Laufe der Festwoche, die unter dem Zeichen des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn zu diversen Veranstaltungen eingeladen hatte. Das Gemeindefest war bei sonnigem Wetter der krönende Abschluss einer gelungenen Woche.

Bei guter Stimmung war mit Würstchen, Steak und verschiedenen Salaten für das leibliche Wohl gesorgt, ehe das große Kuchenbuffet zu einer Tasse Kaffee einlud. Am Stand der Caritas konnten sich die kleinen Kirchenbesucher schminken lassen und Broschen und Anhänger selber herstellen. Eine Wellnessoase sorgte für Entspannung, ehe der „Menschenkicker“ zu einem spannenden Fußballspiel einlud. Unter anderem nahmen Mannschaften des Kirchenvorstands, des Pfarrgemeinderates und der Messdiener teil, die sich in interessanten Partien gegenüberstanden.

Sponsorenlauf zugunsten der Erdbebenopfer in Nepal

Der Eine-Welt-Laden hatte unter Federführung von Franz Harbecke einen Sponsorenlauf zugunsten der Erdbebenopfer in Nepal organisiert. Mit teilweise bis zu sieben Sponsoren ausgestattet, nahmen 15 Läufer teil, die die rund 400 Meter lange Rundstrecke bis zu 16 Mal zurücklegten. Der Gesamtgewinn des Tages geht je zur Hälfte an eine Hilfsorganisation nach Nepal und an den Orgelbauverein, der sich um eine neue Orgel für die St.-Marien-Kirche bemüht.

Ein Dank an Läufer und Geldgeber wurde im Rahmen der „5-Minuten-Interviews“ gerichtet, bei denen verschiedene Gemeindeglieder über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit der Kirchengemeinde berichteten.

So wurde etwa Uta Reinholz interviewt, die aus Waltershausen angereist war, um über ihre ganz persönliche Verbindung zur St.-Marien-Gemeinde zu berichten. Als einzige katholische Religionslehrerin im Landkreis Gotha sei sie für die materielle und ideelle Unterstützung der Walterhäuser Gemeinde seitens der Korbacher Katholiken sehr dankbar. Im Rahmen der guten Partnerschaft habe sich über die Jahre auch eine enge Freundschaft zu Franz Harbecke und seiner Familie ergeben, der ihr als Mentor den Einstieg in den Religionsunterricht erleichtert habe. „Man muss den jungen Menschen die Religion vorleben und so Brücken bauen“, erzählte sie über ihr eigenes Motto. Aus Dankbarkeit und Verbundenheit habe sie daher auch an dem Sponsorenlauf teilgenommen.

Waltershäuser Kreuz Zeichen der Verbundenheit

Im Rahmen des „runden Tisches“ hatten sich Domkapitular Gisbert Wisse und der Waltershäuser Pfarrer Günther Albrecht 1990 kennengelernt und die Partnerschaft der Gemeinden begründet. Aus Teilen des ehemaligen DDR-Grenzzauns wurden Kreuze gefertigt, die noch heute als Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit unter dem Leitspruch „Grenzen überwinden“ in der Waltershäuser und Korbacher Kirche zu finden sind. Dementsprechend richtete Uta Reinholz ihre Dankesworte ganz besonders an Pfarrer i.R. Wisse und richtete Grüße der Waltershäuser Gemeinde aus. In den 90er Jahren hätten viele Fahrten an den Edersee und in nach Heiligenstadt stattgefunden, bei denen die Gemeinden sich näher gekommen seien. Noch heute werden Vertreter stets zu Festen eingeladen. Als Wunsch für die Zukunft äußerte die Waltershausenerin, den Austausch wieder mehr zu stärken und gegenseitige Besuche zu initiieren.

Zum Abschluss des Gemeindefestes gaben die „Fidelen Mühlhäuser Orgelpfeifen“ noch einige Lieder zum Besten und zogen so manchen Besucher auf die Tanzfläche.

Von Tobias Schreiber

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