Vierlingskälber in Wirmighausen werden heute ein Jahr alt

Jungrinder sind munter und fidel

+
Zutraulich und ihrem Futter sehr zugetan sind die Vierlingsrinder, die mit ihrer Geburt vor einem Jahr für Aufsehen sorgten.

Diemelsee-Wirmighausen - Vor einem Jahr warf eine Kuh in Wirmighausen Vierlinge - ein sehr seltener Fall. Dass alle Kälbchen zu fidelen Jungrindern herangewachsen sind, war noch unwahrscheinlicher.

„Es spielt das Kind vom Rind im Wind, ist froh und guten Mutes, es kennt nicht Not, nicht den Papa, nicht den Geruch des Blutes“, reimte Heinz Erhardt über den vermeintlich sorglosen Alltag des Kälbchens. Auch die vier dem Kälbchenalter gerade entwachsenen Geschwister sind unbeschwert: Sie lassen sich streicheln und revanchieren sich mit einem freundlichen Schlecken. „Die Tiere sind zutraulich, sie hatten ja reichlich Kontakt mit Menschen“, erklärt der Wirmighäuser Bauer Karl-Heinz Schweizer. Der Grund für den vielen Besuch, den die Vierbeiner nach ihrer Geburt vor genau einem Jahr erhielten: Sie sind Vierlinge, was bei Rindern extrem selten ist.

Nicht nur vor Ort sorgte das für viel Aufmerksamkeit, der Fall zog weite Kreise, und sogar Fachzeitschriften zeigten Interesse. Karl-Heinz Schweizer hat sich nach anderen Fällen von Vierlingskälbchen umgehört und ist mit Mühe fündig geworden: „In Niederösterreich gab es das mal, aber ich weiß nicht, ob die alle überlebt haben.“ Ohne Probleme verliefen solche Fälle so gut wie nie, bei den Wirmighäuser Vierlingen habe es aber lediglich eine Nabelentzündung gegeben.

Auch ihre Mutter ist wieder wohlauf und hat sich vollständig von der auslaugenden Geburt erholt. Sie ist auch schon wieder tragend - diesmal aber nicht mit Vierlingen, wie Karl-Heinz Schweizer erklärt: „Dann täte sie mir aber auch leid.“

Auch Angela Schweizer ist froh über die Gesundheit der Tiere: „Sie haben sich gut gemacht dafür, dass sie am Anfang so zierlich waren.“ Die drei kleinen Bullen und das Mutterkalb brauchten jede Menge Fürsorge. Mittlerweile sind sie „munter und fidel“, Schwäche ist ihnen nicht anzumerken. Dennoch hat die Vierlingsgeburt das Schicksal der Rinder besiegelt: Das Weibchen ist unfruchtbar, wie die meisten Kühe aus Mehrlingswürfen. Und für die Bullen wollten Händler wegen ihrer geringen Größe nur wenig bezahlen. Wie schon das Kälbchen im Erhardt-Gedicht werden die vier also früher oder später auf den Schlachter treffen: Der ist laut Erhardt zwar kein schlechter Mann, „doch muss er’s tun - und tut es“.

Kommentare