Korbach

Vom Junkie zum Motivator für Schüler

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- Korbach (tt). Wenn Schüler nach einem Vortrag eines vorher Unbekannten für Autogramme Schlange stehen, dann muss schon etwas Besonderes passiert sein. Andreas Niedrig schafft das regelmäßig – am Mittwoch auch in Korbach.

Kein Platz war mehr frei in der Stadthalle, nach dem Vortrag drängte das Publikum in Richtung Bühne. Die 14- bis 18-jährigen Schüler der Louis-Peter-Schule wollten Autogramme auf Rucksack oder Arme haben, suchten aber auch das persönliche Gespräch. Andreas Niedrig hatte sein Publikum zum Nachdenken gebracht, bei vielen Fragen hervorgerufen, die man sich vor der großen Masse nicht zu fragen traut. Damit hatte der ehemals Drogenabhängige und heutige Hochleistungssportler sein Ziel erreicht.

Seit 2000 zieht Niedrig mit seinem Motivationsprogramm durch das Land und scheint dabei den Nerv vieler zu treffen. Wie zum Beispiel bei der Zehntklässlerin Janina Filippi: „Eigentlich hatte ich keine große Lust auf die Veranstaltung, aber jetzt bin ich ein bisschen sprachlos. Es ist echt riesig, was er geschafft hat“, sagt sie. „Faszinierend“ und „total genial“ fanden ihre Mitschülerinnen den Vortrag. Andreas Niedrig motiviert junge Menschen vor allem, indem er ihnen seine eigene Lebensgeschichte erzählt. Er ist dabei völlig offen und authentisch – etwas, das gut ankommt.

Im Alter von 13 bis 21 Jahren war Niedrig drogenabhängig, er nahm Koks, Speed und Heroin. Als er seine spätere Frau kennenlernte, hörte er mit den Drogen auf, um kurz vor der Geburt seines ersten Kindes wieder voll einzusteigen. „Die Probleme traten auf, wenn ich Verantwortung übernehmen musste, für mich selbst sorgen sollte“, erklärt Niedrig, „so ist es auch bei Jugendlichen, die nach der Schule plötzlich auf sich allein gestellt sind.“ Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Schülern aufzuzeigen, dass es Ziele gibt, die man sich setzen, für die man aber auch arbeiten muss.

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