Willingen

Kachelmannwetter auch aus Willingen

- Willingen (bk). Messwerte aus dem Weltcup-Ort fließen in Zukunft ins „Kachelmannwetter“ mit ein. Neben dem Lagunenbad und auf dem Haus des Gastes wurde eine supermoderne Wetterstation installiert.

Über ein halbes Jahrhundert war Karl-Wilhelm Lindner in Willingen fürs Wetter zuständig. Dreimal täglich las er an verschiedenen Messgeräten die Werte ab, notierte gewissenhaft Temperaturen, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit und Sonnenstunden und übermittelte die Daten zweimal monatlich ans Wetteramt in Offenbach. 2006 wurde er als Wetterbeobachter verabschiedet. Setzte Lindners ehrenamtliches Engagement größte Disziplin und Genauigkeit voraus, so werden die Messungen jetzt vollautomatisch durchgeführt und die Daten alle zehn Minuten an die Firma Meteomedia übertragen. Bürgermeister Thomas Trachte und sein Mitarbeiter Christoph Bangert, der im Rathaus mit dem Projekt befasst ist, stellten die neue Wetterstation am Dienstag vor. Ein antennenähnliches Gerät wurde auf dem Haus des Gastes installiert. Es misst Windgeschwindigkeit und -richtung, Globalstrahlung und meteorologische Sichtweite. Zwei weitere Messgeräte stehen seit einigen Tagen neben dem Lagunenbad. Sie registrieren Sonnenscheindauer, Lufttemperatur, relative Feuchte, Niederschlagsstatus und -menge, Erdoberflächentemperatur und barometrischen Luftdruck. Eine störungsfreie Messung und Übertragung der Daten ist laut Christoph Bangert bei allen Witterungsbedingungen – auch bei Gewitter – möglich. Zum weltumspannenden Messnetz gehören über 14 000 Wetterstationen; allein in Deutschland stehen rund 1200. Die hier gewonnenen Messwerte tragen mit dazu bei, dass regionale Wetterprognosen getroffen werden können, denn „nur wer lokal misst, kann auch lokal vorhersagen“, so das Motto von Jörg Kachelmann, der Anfang der 90er Jahre die „Meteomedia AG“ gründete. Die Uplandgemeinde betreibt die neue Wetterstation gemeinsam mit diesem Unternehmen, das seinen Sitz in der Schweiz und eine Außenstelle in Bochum hat. Aus der Datenfülle ergibt sich das „Kachelmannwetter“, das unter anderem der ARD zur Verfügung gestellt wird.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Donnerstag, 13. August 2009.

Kommentare