Ausstellung zum Mitmachen im Korbacher Museum

Kakao und Schokolade

Korbach - Der Weg von der bitteren Frucht zur süßen Leckerei – in der Mitmachausstellung „Kakao & Schokolade“ reisen Kinder und Erwachsene in die sinnliche Welt der Schokolade.

Vergnügen, Genuss und Lernspaß – die Ausstellung im Wolfgang-Bonhage-Museum zeichnet den Weg vom Kakaobaum zur Tafel Schokolade erlebnisreich nach: Im tropischen Regenwald einen Kakao-baum suchen und eine frische Kakaofrucht aufschneiden, die bitteren Bohnen kosten, Aztekenkakao selbst zubereiten, eine afrikanische Kakaoanpflanzung besuchen, erfahren, unter welchen Bedingungen heute Kakao angebaut und veredelt wird, unter welchen Bedingungen die Bauern arbeiten, und in der „modernen Schokoladenfabrik“ Schokolade selbst herstellen. „Wir haben unter anderem echte Früchte dabei und Reibsteine aus Mexiko, mit denen früher Kakaopulver hergestellt wurde“, erklären Elke Gaßner und Walter Karl vom Kindermuseum Nürnberg, das die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Ferrero und dem Infozentrum Schokolade in Leverkusen konzipiert hat und nun damit durch Deutschland reist. Auch Erwachsene können viel Wissenswertes erfahren. Etwa, dass der König der Azteken Montezuma am Tag 40 Tassen Kakao getrunken haben soll – zur Demonstration seiner Macht. Mit der Eroberung von Mexiko im Jahr 1519 brachten die Spanier das Getränk mit nach Europa und dort wurde das teure „Xocoatl“ zu einem Getränk der Adligen und Königshäuser.Doch es gibt nicht nur Schokoladenseiten: So arbeiten in Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, noch immer etwa zwei Millionen Kinder auf Plantagen, wie Dr. Peter Koswig von der Korbacher Fair-Trade-Steuerungsgruppe erklärt. Sie ergänzt die Ausstellung mit Informationen rund um die Arbeitsbedingungen der Kakaobauern und zeigt Alternativen auf: Eine der größten Ursachen für Kinderarbeit ist die Armut der Eltern. Wenn Eltern durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen mehr verdienen, haben auch die Kinder bessere Chancen. Von Lutz Benseler

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