Vöhler und Lichtenfelser Bauamtsleiter Volker Ashauer zieht positive Bilanz

„Kann mir das längerfristig vorstellen“

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Lichtenfels/Vöhl - Seit knapp einem halben Jahr ist Volker Ashauer in doppelter Funktion unterwegs: Er leitet das Bauamt in Vöhl und in Lichtenfels – zwei Kommunen, 23 Ortsteile. Eine große Aufgabe. Und er würde sie wieder angehen.

Seit Januar­ hat Volker Ashauer (47) aus Schwalefeld die Doppelfunktion inne: Weil die bisherigen Bauamtsleiter in Vöhl und Lichtenfels sich beruflich verändert hatten und ihre Stellen frei wurden, beschlossen die Bürgermeister Uwe Steuber und Matthias Stappert, es gemeinsam mit einem Bauamtsleiter zu versuchen – und Volker Ashauer ließ sich auf die Doppelfunktion ein. Seit Januar 2014 ist er angestellt bei der Gemeinde Vöhl, die Stadt Lichtenfels nutzt seine Kompetenz und zahlt dafür an die Nachbarkommune.

Es gibt Tage, die sind einfach zu kurz, um alles zu schaffen. An einen normalen Arbeitstag sei in der Einarbeitungsphase gar nicht zu denken, auch mittelfristig nicht, darüber ist sich Volker Ashauer aus Schwalefeld im Klaren. „Und selbst wenn es irgendwann wieder einen zeitlichen Freiraum gäbe, würde der schnell wieder gefüllt, weil ich dann die Ansprüche an die eigenen Leistungen weiterverfolgen würde“, sagt Ashauer. Damit meint er: „Ich strebe einen hohen Anteil an eigener Fachleistung für die beiden Kommunen an, also selbst mehr Ingenieurleistung und Planung neben der Bauüberwachung zu erbringen, und dasselbe sehe ich für die beiden Bauhöfe“, erklärt der 47-Jährige.

Möglichst viel Eigenleistung

Ein Beispiel sind die Kläranlagen in Asel, aber auch in Dalwigksthal und Neukirchen, die in den nächsten Jahren saniert werden müssen. Weil die Kosten für die Sanierung der Anlage in Asel aus dem Ruder liefen, hat die Kommune den Plan unlängst erst einmal auf Eis gelegt. „Da sehe ich meine Aufgabe darin, zu überprüfen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, die Kläranlagen sukzessive umzubauen“, erklärt er. Ist dem so, würden Bauamt und Bauhof so viel Eigenleistung einbringen wie möglich, um Geld zu sparen.

Weiteres Beispiel: „In Schmittlotheim haben die Mitarbeiter des Vöhler Bauhofs gerade die Treppenanlage am Friedhof erneuert. Die Materialkosten betrugen 3000 Euro. Hätten wir die Leistung eingekauft, hätte das 35 000 Euro gekostet, wobei natürlich auch die Leistung des Bauhofs finanziell noch eingerechnet werden muss. Trotzdem haben wir unterm Strich deutlich gespart“, sagt der Bauingenieur mit Schwerpunkt Wasserwirtschaft.

Neben aktuellen Arbeiten, die er erledigt – zusätzlich zu vielen kleinen Baustellen ist er Bauleiter bei der Großsanierung des Neuen Weges in Goddelsheim, zugleich wird in Vöhl an drei Stellen die Wasserversorgung erneuert –, muss er viel Zeit auf Orientierung verwenden: Was läuft in beiden Kommunen ähnlich, wo werden Arbeiten ausgelagert, welche können zusätzlich erledigt werden und wo ist noch wie Geld einzusparen? Diesen Fragen widmet sich der Schwalefelder, während er auf der Suche nach höchstmöglicher Effektivität ist und nach und nach die Kommunen und ihre Menschen kennenlernt. Beim Aufstellen der Vergleiche ist ihm eines schnell aufgefallen: „Die Bauhöfe funktionieren ganz ähnlich – und sehr gut“, lobt er Einsatz und Können seiner Kollegen.

Arbeit auf vielen Schultern

Noch ist das Projekt „Bauamtsleiter für zwei Kommunen“ in der Testphase. Und klar ist: Die neue Art der Zusammenarbeit zwischen den zwei Kommunen funktioniert nur, weil andere Mitarbeiter in den Verwaltungen und den Bauhöfen mehr Aufgaben aus dem Bauamt übernommen haben. „Die Arbeit muss verlagert werden, sonst klappt es nicht. Bei uns unterstützt nun Ursula Radke das Team im Bauamt, auch Wilhelm Steuber und Marco Ha­secke im Bauhof haben viel mehr Verantwortung übernommen“, betont der Lichtenfelser Bürgermeister Uwe Steuber, dankbar für ihr Engagement. „Alle stellen sich auf eine andere Arbeitsweise ein.“

Trotz – oder gerade wegen – der hohen Anforderungen, die die Doppelfunktion an ihn stellt, ist Volker Ashauer guter Dinge und sagt: „Ich kann mir das gut längerfristig vorstellen.“ (md)

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