Schützenblaskapelle Willingen spielt vor ausverkauftem Haus

Kapelle und Kabarett

Willingen - Vor voll besetztem Haus spielte die Schützenblaskapelle Willingen am Samstag zum Jahresabschlusskonzert auf. Mit Bravour meisterten Musiker und Moderator das vielseitige Festprogramm.

Musikalische Grenzen scheint es für Michael Kahrig nicht zu geben: Am Samstagabend dirigierte er seine Schützenblaskapelle gut gelaunt durch ein Programm, das von Verdi bis zu Helene Fischer reichte – mit Erfolg. Ob klassisch oder modern: Das Publikum freute sich über den Einsatz des gut aufgelegten Ensembles. Gut aufgelegt zeigte sich auch Moderator Hans-Heinrich Genuit, der den Auftritt der Kapelle mit Kabaretteinlagen würzte und sich nur selten mit einem Schmunzeln aus der Ruhe bringen ließ. „Bei uns brauchen Sie zwei Hände, wenn Sie den Gefällt-mir-Button drücken wollen“, kündigte der Conférencier an, „Sie können einfach klatschen.“ Und davon machten die vielen Hundert Besucher im Haus des Gastes in Willingen fleißig Gebrauch. Gleich zu Anfang etwa: Da spielte die Kapelle plötzlich Melodien, die den Besuchern wohl vor allem aus der Operette oder der Werbung bekannt vorgekommen sein dürften – von den vertrauten Klängen des Gefangenenchores aus „Nabucco“ bis zu „La donna è mobile“, das die meisten Fernsehzuschauer wohl vor allem mit Pizza verbinden. Die Kapelle bestand den Ausflug auf für Blasorchester eher ungewöhnliches Terrain. Weiter ging’s im Programm dann vor allem mit moderneren Stücken: Ein fröhliches Medley mit wohlbekannten Melodien der Augsburger Puppenkiste wurde abgelöst von den berühmtesten Stücken des Duos „Simon & Garfunkel“ – die Zuhörer dürften neben „Bridge over Troubled Water“ auch „Mrs. Robinson“ und „Sound of Silence“ wiedererkannt haben. Zu den musikalischen Herausforderungen des Abends gehörte dann auch das Zusammenspiel von Kapelle und Alphorn. Jens Vogel steuerte die tiefen Klänge des Alphorns bei. Einen viel beklatschten Soloauftritt hatte in der zweiten Hälfte Anja Brüne. Sie schlüpfte erst in die Rolle Andrea Bergs und dann in die Helene Fischers. Begleitet von einem flotten Ensemble sang sie sich gekonnt durch die Klassiker der beiden Schlagersternchen. Bevor es für die Musiker in den Endspurt ging, versprachen die Musiker den „Hit des Jahres“. Mancher Besucher blieb wohl rätselnd zurück, denn die Musiker hatten sich für einen Klassiker der Blasmusik entschieden.Bereichert wurde das Konzert übrigens vom Musikernachwuchs: Die kleinen Blockflötisten unter Leitung von Gaby Eickhoff heimsten reichlich Applaus ein. (resa)

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