Freischießen endet mit Polonaise

Karl-Friedrich Bornemann ist neuer Schützenkönig in Rhenegge

Diemelsee-Rhenegge - Am Ende wurde es richtig spannend: Vier Schützen gingen beim Freischießen in Rhenegge in das zweite Stechen. Karl-Friedrich Bornemann hatte die ruhigste Hand. Gemeinsam mit Ehefrau Silvia trat er anschließend die Regentschaft an.

Er strahlt. Während die Schützenbrüder in Reih und Glied ihrem neuen Oberhaupt zujubeln, genießt Karl-Friedrich Bornemann den Moment. Gerade hat er auf dem Schießstand Zielsicherheit bewiesen und drei Mal ins Volle getroffen. Auf den Schultern seiner Schützenbrüder stellt er sich den Gästen, marschiert durch das Spalier der Königswachen und reckt die Faust in die Luft.

„20 Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet“, sagt er dann, „das sind wirklich Emotionen“. Ehefrau Silvia habe immer von den schönen Erinnerungen ihrer Großmutter Mathilde berichtet, die einst als Königin gefeiert wurde. „Und dann hat meine Frau gesagt: Streng dich mal ein bisschen an“, erzählt Bornemann. Und er strengte sich an. Zur Belohnung überreicht ihm sein Vorgänger Frank Müller die Königskette.

„Es hätte keine 
Besseren geben können“

„Ein bisschen Wehmut ist schon dabei“, sagt Müller, „das waren wunderbare fünf Jahre.“ Allerdings habe er keine Sorgen, wenn er an das neue Königspaar denke. „Es hätte keine Besseren geben können“, ist sich der scheidende König sicher. Währenddessen genießen Karl-Friedrich und Silvia Bornemann ihren Blick von der Bühne in der Halle. „Aus dieser Perspektive ist das ein einmaliger Anblick“, sagt der neue König. „Wenn man hier geboren und hier geerdet ist, dann fährt man eben auch Vollgas beim Freischießen“, sagt er und freut sich sichtlich auf die kommenden fünf Jahre als König. Die beginnen bereits am Nachmittag mit etwas Verspätung in der schmucken Königskutsche: Während eines Regenschauers stellt sich das neue Königspaar nicht nur den eigenen Schützenbrüdern, sondern auch den Freunden aus Wirmighausen und Adorf vor. Auch die „Flintenweiber“ marschieren mit geschmückten Gewehren mit, ebenso wie der Nachwuchs, alle Gruppen der Schützengesellschaft und die tapferen Musikanten. Und alle sind in Feststimmung: Vor den Wirmighäuser Schützen trägt ein Junge gut gelaunt das Schild „Frauenchor Wirmighausen“, die Adorfer Burschen entscheiden sich kurzerhand für eine flotte Drehung vor den applaudierenden Zaungästen und die Nachbarskinder des Königspaares, Luca und Milena, genießen die Fahrt in der Königskutsche. Regen hin oder her.Nach dem Tanz in der Festhalle steht zum krönenden Abschluss des Freischießens am Abend dann die traditionelle Polonaise auf dem Programm. Nach zwei Tagen gemeinsamer Feierlichkeiten führen die Rhenegger Schützen und deren Gäste ihre schmucken Frauen in festlicher Robe durch den Ort – vom Wetter lassen sie sich auch jetzt nicht beeindrucken. Bei Musik und Tanz in der Schützenhalle klingt das große Heimatfest dann aus – die Regentschaft von Karl-Friedrich Bornemann beginnt da erst.

Von Theresa Demski

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