Harbshausen

Karl Höbel schließt seine Gaststätte

- Vöhl-Harbshausen (resa). Unzählige Biere sind in Harbshausen über den Tresen gegangen. Am 31. März schenkt Karl Höbel das letzte Glas ein. Nach über 50 Jahren an der Theke schließt der fast 90-Jährige seine geliebte Gaststätte.

Dicke Zigarrenschwaden hängen in der Luft, alte Geweihe erzählen längst vergessene Geschichten und an seinem Stammplatz hinter der Theke gerät Karl Höbel ins Schwärmen. „Wir haben hier viel erlebt“, sagt er, zieht an seiner Zigarre und erinnert sich. „Angefangen hat alles mit Großvater Christian“, sagt er dann. Das war 1914, damals verliebte sich der Immighäuser Schmied Christian Höbel in ein Mädchen aus Harbshausen, heiratete seine Marie sechs Wochen später und kaufte ein altes Bauernhaus mitten im Ort. „Er richtete einen kleinen Flaschenbierausschank ein“, weiß Karl Höbel, „dabei blieb es fürs erste“. Denn die Schmiede und der Hof forderten den ganzen Einsatz der jungen Familie Höbel. Später übernahm Sohn Wilhelm den Hof, der sich jede Woche gutes Bier aus Bad Arolsen bringen ließ, den Ausschank aber weiter nur nebenberuflich betrieb. Erst mit Sohn Karl bekam der kleine Ort seine erste eigene Gaststätte. Kaum war er aus dem Krieg zurückgekehrt, lernte er die junge Maria kennen, heiratete sie 1952 und konzentrierte sich auf den Fremdenverkehr. Er renovierte das alte Haus, richtete drei Gästezimmer ein, baute eine Damentoilette – 10 000 Mark ließ er sich die großen Pläne kosten. Später setzte er einen Anbau dran, investierte nochmal 100 000 Mark. Mit Erfolg: „Den ganzen Sommer waren wir ausgebucht“, sagt Karl Höbel mit leuchtenden Augen, „die Bude war voll“. Und dann war der Harbshäuser in seinem Element. „Er war charmant, schwang große Reden, war witzig und liebte seinen Platz am Zapfhahn“, weiß Sohn Klaus Michael Höbel.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Donnerstag, 25. März 2010.

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