Korbach

CDU hat die Karten neu gemischt

- Korbach (jk). Korbachs CDU steht vorm vielleicht größten Umbruch der vergangenen 30 Jahre. Jünger, mehr Frauen, viele neue Gesichter – so geht die Union in die Kommunalwahl 2011.

„Es ist ja kein Geheimnis, dass es Turbulenzen gegeben hat“, räumt Dr. Marc Müllenhoff ein. Andererseits: „Dass nicht alle einer Meinung sind, ist doch eigentlich ganz normal“, relativiert der promovierte Geograph im WLZ-Gespräch. Trotzdem kandidiert Müllenhoff nicht mehr für die Kommunalwahl am 27. März. Einer der jungen Hoffnungsträger, zuletzt faktischer Fraktionschef im Parlament, hat „aus privaten Gründen“ vorerst Abschied aus der Politik genommen.

Gleiches signalisiert Heinz Langerzik, wie Müllenhoff (noch) stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Auch „Urgestein“ Karl-Heinz Meier, seit den 70er Jahren als Stadtverordneter und Stadtrat an vorderster Stelle der Korbacher Union, geht 2011 nicht mehr ins Rennen. Karl-Georg Wieck steht nicht mehr auf der neuen CDU-Liste, ebenso Gisela Hoff. Dr. Eckhard Drebes kandidiert künftig für den Kreistag, und der frühere Korbacher Parteichef Dr. Christoph Butterweck zeigte sich seit seiner Entmachtung Ende 2009 ohnehin im Parlament überaus rar.Ja, es waren aufreibende Zeiten für die Korbacher Union seit der Landratswahl im September 2009. Der Korbacher Fraktionschef Andreas Kwoll nahm den Hut bei der CDU – und wechselte in die FWG-Fraktion. Nachfolger Eckart Hardegen sollte mit seinen weit über 30 Jahren parlamentarischer Erfahrung die Fraktion wieder einen. Doch wie aus heiterem Himmel musste Hardegen aus gesundheitlichen Gründen alsbald zurückstecken. So präsentierte sich die CDU im Parlament zuletzt oft, als wenn sie aus zwei unterschiedlichen Fraktionen bestünde – Meinungsfreiheit hin oder her.

So ist die Wahlvorbereitung für die neue Chefin des CDU-Stadtverbandes keine leichte Aufgabe. Doch von Krisenstimmung kann bei Marianne Heine-Langerzik keine Rede sein: „Wir haben einen Generationswechsel, und wir wollten auch gerne eine Verjüngung“, betont sie. Und so beschert die am vorigen Montag von der CDU-Hauptversammlung verabschiedete Liste für die Kommunalwahl viele neue Namen.Als Spitzenkandidat der Union will der erfahrene Stadtrat Reinhard Müllenhoff „seinen Hut noch mal in den Ring werfen“. Dahinter rangiert mit Ulrike Tönepöhl ebenfalls eine bekannte und erfahrene Parlamentarierin. Mit dem 22-jährigen Timo Lockemann platziert die CDU einen Neuling aus der Jungen Union an dritter Stelle. Parlamentschef Heinz Merl war intern zunächst als Spitzenkandidat vorgesehen, geht aber auf eigenen Wunsch auf Rang vier in die Wahl.

Mit Manfred Figge (5), Karlheinz Göbel (6), Manuela Lachnit (7), Andreas Ruppert (8), Beate Mehrhoff (9) folgen gleich fünf neue Namen auf aussichtsreichen Plätzen. Dahinter rangieren mit Stadtrat Kilian Emde (10) und Carola Iske-Krebs (11) dann wieder erfahrene Kommunalpolitiker. Auf weiteren Plätzen finden sich mit Karl-Heinz Briehl und Siegfried Jassmann bekannte Gesichter – mit Tim Oberlies und Lukas Jung aber ebenso frischer Nachwuchs aus der Jungen Union.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 27. November.

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