Bilanzzahlen der Genossenschaftsbank für 2014

Kasseler Bank hat ihre „Marktposition gefestigt“

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In Waldeck ist die Kasseler Bank mit vier Niederlassungen vertreten. Hier der Leiter des Service-Teams, Jens Finis, und Firmenkundenberater Matthias Schultze vor der Korbacher Filiale. Foto: -sg-

Kassel/Korbach - Trotz „allgemein schwieriger Marktbedingungen“ zeigt sich die seit 150 Jahren bestehende Kasseler Bank mit der Entwicklung im vergangenen Jahr zufrieden.

„Begleitet von unserem Jubiläum schauen wir auf ein gutes Jahr zurück“, sagt der Vorstandsvorsitzender Martin Schmitt, am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für das vorige Jahr. „Mit einer auf Beständigkeit und Kontinuität ausgerichteten Geschäftspolitik konnten wir unsere Marktposition festigen.“ Die Kasseler Bank hat in Waldeck Filialen in Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Willingen.

Kredite auf hohem Niveau

Im Kreditgeschäft bewege sich die Nachfrage im Wohnungsbau und bei Unternehmen weiterhin auf hohem Niveau, sagte Schmitt. Besonders die fortwährende Investitionsbereitschaft der Firmenkunden stimme die Bank optimistisch. „Dabei steigt vermehrt der Einsatz von Eigenkapital bei Investitionen“, erklärte er. „Dies sehen wir als positiven Indikator für einen gesunden und stabilen gewerblichen Mittelstand in unserer Region.“ Der Umfang der Kredite sank nur leicht von 1,10 Milliarden auf 1,09 Milliarden Euro. In einer Zeit historisch niedriger Zinsen steigen die Kundeneinlagen von 1,55 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro. Bei stabilen Sparguthaben erhöhen sich vor allem die kurzfristigen Tagesgelder. Die Bank zeigt sich über diesen Zuwachs erfreut, zumal die Bestände, besonders bei den Wertpapieren, um weitere 37 Millionen Euro zugenommen hätten, sagte Schmitt.

Der Anstieg der Vermögenswerte sei das positive Resultat der seit Jahren verfolgten genossenschaftlichen Beratungsstrategie. Mehr als 500 Neukunden aus Waldeck hätten sich davon 2014 überzeugt. Die Vielzahl der Kundengeschäfte findet ihren Ausdruck in einer erhöhten Bilanzsumme. Sie stieg im Vorjahr gegenüber 2013 um 5,2 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sank der Zinsüberschuss in Bezug zur Bilanz auf 2,27 Prozent. Das Provisionsergebnis erreicht mit rund 12 Millionen Euro die Summe des Vorjahres.

Bei nahezu gleich hohen Aufwendungen für Personal- und Sachkosten in Höhe von 39,90 Millionen Euro verbleibt für das vergangene Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis von 0,91 Prozent der Bilanzsumme. Nach Abzug von Steuern sowie der Aufstockung der Ermessensreserven wuchs der Bilanzgewinn von 2,90 Millionen auf 2,35 Millionen Euro. Wertkorrekturen im Kreditgeschäft seien nicht erforderlich gewesen, berichtete Schmitt. Der Vertreterversammlung werde am 27. Mai vorgeschlagen, eine vierprozentige Dividende an die rund 37 000 Eigentümer in Kurhessen und Waldeck auszuschütten.

Die Zahl der Zweigstellen hat sich voriges Jahr von 27 auf 30 erhöht, weil Finanzagenturen umgewandelt worden sind. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs von 470 auf 482. Im August 2014 begannen 15 junge Menschen ihre Ausbildung. Insgesamt gibt es damit derzeit 38 Lehrlinge, was einer Ausbildungsquote von 7,9 Prozent entspricht.

Für die Region gespendet

Die Genossenschaftsbank engagiere sich für die Menschen in der Region, betonte Schmitt. Sie hat 2014 insgesamt 438 000 Euro an Vereine, soziale und karitativen Einrichtungen vergeben. Allein beim Jubiläumswettbewerb „Alltags-Helden gesucht!“ wurden 150 000 Euro für soziale Zwecke ausgelobt. Davon gingen 41 700 Euro an Waldecker Vereine und Institutionen.

Das gute Bilanzergebnis der Bank führt Schmitt in erster Linie auf das Vertrauen der Mitglieder und der Kunden zurück. „Ein aufmerksamer Blick auf die kommenden Herausforderungen ist jedoch unumgänglich. Zunehmende regulatorische Anforderungen und speziell die anhaltende Niedrigzinsphase werden uns auch 2015 weiter beschäftigen.“(r)

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