Münden:

Keine Angst vor Solarspannung

- Lichtenfels-Münden. Keine unvorhersehbaren Risiken beim Löscheinsatz von Solaranlagen, dagegen bleibt die Finanzierung des Digitalfunks (130 000 Euro) immer noch ein großes Rätsel: Das ist die Bilanz der beiden Zukunftsthemen bei der Hauptversammlung der Lichtenfelser Feuerwehren.

Bei allen finanziellen Fragezeichen hinter der Einführung der neuen und verbindlich vorgeschriebenen Technik ließ Bürgermeister Uwe Steuber doch keinen Zweifel daran, dass die Stadt Lichtenfels keinesfalls beim Brandschutz kürzen würde. Mit 111 111 Euro im Etat stünden 26 Euro pro Kopf zur Verfügung. Setzten sich im Jahr 2008 noch 169 Aktive für den Brandschutz ein, so sind es aktuell 210 Feuerwehrleute, die im Bedarfsfall bereitstehen. Wie im Vorjahr, wo die Wehren insgesamt 26 Mal und dabei zu sieben Brandeinsätzen gerufen wurden, so Stadtbrandinspektor Herbert Knipp, der auch elf Fälle von technischer Hilfeleistung sowie zwei weitere technische Assistenzen bei Verkehrsunfällen aufführte. Eine Personenbergung und fünf Alarmierungen durch Brandmelder ergänzten die Einsatzstatistik, zu der unter anderem elf Brandsicherheitsdienste bei Autocrossveranstaltungen sowie Absicherungen bei Festzügen und beim Volkslauf in Immighausen gehören. Im Berichtsjahr 2010 bestand die Lichtenfelser Jugendfeuerwehr aus 34 Jungen und 31 Mädchen, mit fünf Jungen und zehn Mädchen unter den Neuaufnahmen. Andererseits konnten zwölf Jungen und ein Mädchen in die Einsatzabteilung übernommen werden, so erläuterte Jugendleiter Steffen Saßmannshausen. In Lichtenfels sind zahlreiche Photovoltaikanlagen installiert. Ein Löscheinsatz stellt die Feuerwehrleute vor besondere Herausforderungen. Frank Klein, Christoph Stark und Alexander Müller von der Firma Consolaris lieferten anschließend Grundwissen und eindeutige Hinweise auf den ersten Schritt vor dem Löschen: Dabei ist bei neueren Anlagen das Trennen von der Leistung und das Herabsetzen der Stromstärke über den Notschalter beim Wechselrichter (von Gleich- auf Wechselstrom) im Haus oder der Garage möglich. Falls nicht, so bliebe immer noch die Hauptsicherung, um das Haus stromlos zu machen. Die Spannung in der Anlage auf dem Dach bliebe aber trotzdem erhalten, wenn auch nicht mehr in lebensgefährlicher Stärke, der nächste Schritt der Prävention, ein Element zum Abschalten der einzelnen Module, sei allerdings noch eher die Ausnahme, so Frank Klein. Christoph Stark empfahl deshalb bei Sprühlöschung einen Sicherheitsabstand von einem Meter, beim Vollstrahl seien fünf Meter angebracht. Bekannte Erfahrungswerte für Kreisbrandmeister Rolf Wilke, der den andernorts geforderten Kreisbrandinspektor vertrat, und dabei auf den Einsatz bei der Trafostation in Goddelsheim verwies, wo grundsätzlich dieselben Regeln gegolten hätte. In diesem Zusammenhang verwies er auch darauf, dass die Solarmodule auf dem Dach bei Brandtemperaturen ohnehin nicht mehr in der Lage wären, Strom oder Spannung zu produzieren.

Mehr in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 14. März.

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