Autofahrer dürfen „ihr“ Nummernschild auch am neuen Wohnort behalten

Kennzeichen der Verbundenheit

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Als sichtbares (Kenn-)Zeichen ihrer Heimatverbundenheit können Autofahrer „ihr“ Nummernschild auch am neuen Wohnort behalten.Foto: dpa

Korbach - HEF steht bei manchen für Hessische Elite-Fahrer, HSK übersetzen Waldecker voller Vorfreude auf Allerheiligen mit „Hilfe, sie kommen“. Wer Wert auf sein Kennzeichen-Kürzel auch an einem neuen Wohnort legt, hat es seit 1. Januar leichter. Beim Umzug innerhalb Deutschlands können heimatverbundene Autofahrer ihre Nummernschilder behalten.

Bisher galt diese Vorschrift nicht in allen Bundesländern. In Hessen trat sie bereits 2012 in Kraft. Die bundesweit einheitliche Regelung seit 1. Januar hat jedoch offenbar noch einmal für erhöhte Nachfrage gesorgt. So haben im Bereich der Zulassungsstelle des Landkreises in den ersten vier Wochen des Jahres bereits 85 Autofahrer von dieser Neuregelung Gebrauch gemacht. Im Vergleich zu 258 Ummeldungen mit Kennzeichen-Mitnahme im ganzen vergangenen Jahr eine recht hohe Zahl für nur einen Monat. Die Kosten für zwei neue Nummernschilder zu sparen, etwa 30 Euro, dürfte der Hauptgrund sein, diese Möglichkeit zu nutzen, schätzt Fachdienstleiterin Anita Möller.

Ein zusätzlicher Antrag ist für die Kennzeichen-Mitnahme nicht nötig. Der Wohnsitzwechsel muss aber weiterhin der Behörde mitgeteilt werden. Dies soll sicherstellen, dass mit dem erleichterten Verfahren die Halterdaten weiterhin auf dem neusten Stand gehalten werden.

Befürchtungen, dass verkehrsbehindernd parkende Autos mit einem „fremden“ Kennzeichen eher abgeschleppt würden als in dem betreffenden Behördenbezirk zugelassene Wagen, hatten zuletzt Vertreter von Automobilclubs geäußert. Volker König, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, teilt diese Einschätzung nicht. In solchen Fällen werde routinemäßig immer zunächst versucht, den Halter telefonisch zu erreichen, „egal welches Kennzeichen das Fahrzeug hat“. In Zeiten breiter Mobilfunkabdeckung und mobilen Internets scheitere der Versuch selten, nicht innerhalb kurzer Zeit Kontakt mit dem gesuchten Autofahrer herzustellen.

Die Kfz-Zulassung einfacher, bequemer und zeitsparender zu gestalten, haben sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern auf die Fahnen geschrieben. Ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin: Bei der ebenfalls seit 1. Januar gültigen internetbasierten Fahrzeugzulassung entfällt der Behördengang. Stattdessen können Autos, Lkw oder Motorräder über ein Internetportal abgemeldet werden. Allerdings sind dafür mehrere Voraussetzungen zu erfüllen. Wer an dem Online-Verfahren teilnehmen will, benötigt einen neuen Personalausweis mit eID-Funktion und ein entsprechendes Lesegerät. Neu sind auch die versteckten Sicherheitscodes, mit denen seit 1. Januar ausgegebene Kfz-Scheine und die Stempelplaketten versehen sind. Diese Zahlen-Buchstaben-Kombinationen können dann wie bei Rubbellosen freigelegt und entweder als QR-Code eingescannt oder eingegeben werden.

Hintergrund: In Waldeck-Frankenberg sind fünf Zulassungsstellen eingerichtet: Führerschein- und Zulassungsstelle Korbach (Südring 2) im Kreishaus; Führerschein- und Zulassungsstelle Frankenberg (Bahnhofstraße 8–12) in der Verwaltungsstelle; Zulassungsstelle Bad Arolsen (Große Allee 24); Zulassungsstelle Bad Wildungen (St.-Florian-Straße 14); Zulassungsstelle Battenberg (Hauptstraße 58). Weitere Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen, Öffnungszeiten und Ansprechpartner finden sich auf der Internetseite der Kreisverwaltung: www.landkreis-waldeck-frankenberg.de unter der Rubrik „Auto und Verkehr“.

Von Thomas Kobbe

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