Durch den Verzicht auf die Veranstaltung spart die Stadt rund 10 000 Euro ein

Kiliansmarkt ohne Tierschau

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Korbach - Viehmarkt ohne Vieh: Die Stadt streicht die Tierschau am Kiliansmarkt-Samstag – aus Kostengründen und weil das Interesse nachgelassen hat.

Ganz schön tierisch, „das“ Viehmarkt auf der Hauer: Von der Reitkuh bis zur Schwarzhalsziege „Schmusi“ gab es im vergangenen Jahr vor der „Bullenhalle“ noch allerhand zu bestaunen. Doch Vieh ist am Samstag in acht Tagen bei der 458. Auflage des Kiliansmarktes nur noch beim Ponyreiten auf dem Rummelplatz zu sehen. „Die Marktkommission hat beschlossen, dass es diesmal keine Tierschau geben wird“, sagt Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland.

Auslöser für die Entscheidung ist die Haushaltskonsolidierung: Um das Minus im Stadtsäckel zu reduzieren, schnallt die Kommune den Gürtel enger. Rund 10 000 Euro inklusive Bauhofleistungen spare die Stadt durch den Verzicht auf die Tierschau, rechnet Vahland vor. Ohnehin habe die Veranstaltung in den vergangenen Jahren an Bedeutung und Besuchern verloren. Als landwirtschaftliche Leistungsschau und Züchtertreffen hatte der Kiliansmarkt spätestens seit den 90er-Jahren rapide seinen einstigen Stellenwert eingebüßt. „Die letzte Prämierung gab es 2008“, sagt Vahland.

Zuletzt war die Tierschau nur noch unterhaltsames Rahmenprogramm – das auch wegen des frühen Termins am Samstagvormittag vor dem eigentlichen Marktgeschehen nur vergleichsweise wenig Zuschauer auf die Hauer lockte. Aus Sicht der Marktkommission war der finanzielle Aufwand für die Veranstaltung deshalb kaum noch zu rechtfertigen.

Mit dem Abschied von der Tierschau kehrt sich die Stadt aber auch von einer Tradition ab, die bis ins Mittelalter zurückreicht: Schon damals gab es jeweils im Mai auf der Hauer vor dem Lengefelder Tor einen Markt, auf dem Vieh feilgeboten wurde.

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