Korbach

Kiliansorgel: 53 000 Euro fehlen noch

- Korbach (jk). Rund 53 000 Euro fehlen noch, dann ist die Kiliansgemeinde am Ziel: Die Spendenbereitschaft für den großen Klangkörper in Korbach Wahrzeichen ist enorm. Am 16. und 17. April wird die Orgel festlich eingeweiht.

Mucksmäuschenstill ist es dieser Tage in dem mächtigen gotischen Bauwerk. Trotzdem sind die Orgelbauer der Schweizer Firma Kuhn eifrig bei der Arbeit. Seit Wochen stimmen sie jede einzelne der fast 2500 Pfeifen Ton für Ton ein. Da liegt ein elektronisches Messinstrument neben dem Spieltisch, doch viel wichtiger ist die Klangfarbe – und die ist vor allem eine Sache des guten menschlichen Gehörs. Ganz nach alter Väter Sitte. Orgelbauer Gunter Böhme drückt eine Taste, drei Meter weiter oben im Holzgerüst lugt sein Kollege Thierry Peceaut hindurch. Gemeinsam lauschen sie dem Klang einer einzelnen Pfeife. So lange, bis er den Erwartungen der beiden Experten exakt gerecht wird.

„Ein Kollege hat mal ausgerechnet, dass wir im Schnitt jede einzelne Pfeife 21mal anfassen, bis alles stimmt“, sagt Böhme. Das lässt erahnen, wie viel Aufwand nötig ist, um 2500 Pfeifen im wohligen Klang zusammen spielen zu lassen. Da kommt es nicht nur drauf an, den einzelnen Ton für jede Pfeife zu treffen. Nein, sie müssen auch in der Symphonie jedes Registers bestens aufeinander abgestimmt sein. Und darüber steht das Zusammenspiel aller Register, die eine Orgel letztlich ausmachen. Orgel, das ist kein Instrument – sondern ein diffiziler Klangkörper aus Spieltisch, mechanischer Übertragung (Traktur), Luftstrom und Pfeifen, der in Vollendung quasi ein ganzes Orchester virtuos in den Raum schickt.

„Die höchste Kunst eines Intonateurs“, schwärmt Stadtkantor Eberhard Jung. Die Arbeit von Böhme und Peceaut gleicht dabei vielfach dem Uhrmacherhandwerk. Sie biegen und hämmern ganz leicht an den Pfeifen, bis der Klang stimmt. Und manchmal schneiden sie von Pfeifen auch kleine Stücke ab. Bis Anfang April will Böhme seine Arbeit abschließen. Schließlich steht am 16. April der Festgottesdienst mit Orgelkonzert bevor. Am 17. April folgt dann das große Festkonzert mit der Kammerphilharmonie St. Petersburg, die ein erlesenes Musikerlebnis in der Kilianskirche verspricht. Dass dies Wirklichkeit wird, ist offenbar auch eine Sache des Korbacher Bürgerstolzes. 807 000 Euro wird die neue Orgel am Ende kosten, über die Hälfte davon muss über Spenden fließen. Dabei ist das Engagement der Spender enorm, betonen Günther Hofeditz und Klaus Fingerhut vom Orgelbauverein.

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