Korbach

Kinder gemeinsam schützen

- Korbach (resa). Hand in Hand wollen Erzieher, Polizei und die Stadt das Wohl der Kinder schützen. Das betonten sie am Montagnachmittag bei einem gemeinsamen Seminar.

Wenn Kinder ungewaschen in die Schule kommen, wenn ihre Zähne immer schlechter werden oder Süßigkeiten das Pausenbrot ersetzen, ist Vorsicht geboten. „Ein Kind ist nicht erst dann gefährdet, wenn es geschlagen oder missbraucht wird“, weiß Marion Kurth, Kindergartenleiterin im Eidinghäuser Weg, „auch die emotionale Vernachlässigung ist schlimm.“ Damit Erzieher in Schulen und Kindergärten, beim Fachdienst Jugend, Mitarbeiter der Polizei, der Diakonie und des Berufsbildungzentrums in Korbach für das Leid von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert werden, hatte die Stadt zum Präventionsseminar eingeladen. Unter Leitung von Michael­ Hofmeister, Referent des Hessischen Städtetages, sollten die Teilnehmer nicht nur auf das Erkennen von Vernachlässigung und Missbrauch geschult werden. Gleichzeitig ging es darum, das Netzwerk der verschiedenen Institutionen, die sich in Korbach für Kinder und Jugendliche einsetzen, kennenzulernen. „In den Städten und Gemeinden müssen die Gesetze der Politik mit Leben gefüllt werden“, erklärte Hofmeister, „wir müssen also vor Ort Strukturen für Kinder schaffen, die sie schützen.“ Dabei sei es wichtig, dass die eine Hand wisse, was die andere tut. Eine Verantwortungsgemeinschaft müsse gegründet werden. Erzieher etwa bräuchten einen genauen Einblick in das Arbeiten des Jugendamtes. Nur so könne man sich im Zweifelsfall vertrauensvoll an die Mitarbeiter wenden. „Die Teilnehmer sollten die Möglichkeiten kennenlernen, die sie im Verdachtsfall haben“, erklärte der Referent. Gemeinsam müsse man Schutzkonzepte für Kinder entwickeln und sich auf Verfahrensweisen einigen. „Wir haben bereits ein gut funktionierendes Präventionsnetzwerk in Korbach“, erklärte Carsten Vahland vom Ordnungsamt. In dessen Rahmen sei es wichtig, auch die Öffentlichkeit immer wieder daran zu erinnern, dass Wegschauen großen Schaden anrichte. „Auch in der ländlichen Region werden Kinder missbraucht und vernachlässigt“, betonte Bürgermeister Klaus Friedrich, „dann müssen Erzieher, Polizei und Jugendamt Hand in Hand im Sinne des Kindes arbeiten.“ Gerade deshalb seien gemeinsame Schulungen so wichtig.

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