Korbacher Vikar Gründer der „Missionsärztlichen Familie“

Kinder werden wie Unrat abgelegt

Korbach - Sie haben ihre Eltern oder Männer durch Krieg und Rebellen verloren. Sie sind verlassen, was soziale Kontakte und medizinische Versorgung angeht. Vikar Dr. Jörn Peter Capito hat es sich zum Ziel gesetzt, Bedürftigen in Afrika zu helfen.

Vor zweieinhalb Jahren gründet Vikar Dr. Jörn Peter Capito zusammen mit Brigitte Schmöle den Verein „Missionsärztliche Familie der Verlassen­sten“. „Schon als Kind war es mein Wunsch, Missionsarzt zu werden“, erklärt der Theologe, der seit Ende Juni als Pfarrer für Eppe und Hillershausen zuständig ist. Dem Wunsch lässt er Taten folgen. Dem Medizinstudium folgt ein Aufenthalt mit „Ärzte ohne Grenzen“ in Tansania und Äthiopien. Doch Capito will den Menschen auch geistlich helfen, deswegen absolviert er das Priesterseminar. Während seiner ersten Stelle in Neheim lernt er Brigitte Schmöle kennen. Beide haben ähnliche Ziele und gründen so den gemeinnützigen Verein. Die Missionsärztliche Familie will „soziale, geistlich-ide­ele, medizinische und finanzielle Hilfe leisten“, so Capito. In Benin wird derzeit zum Beispiel das „Zentrum Maria der Verlassensten“ gebaut – in dem Mutter-Kind-Haus soll verlassenen kranken Frauen und Kindern medizinische Versorgung und ein Neuanfang geboten werden. Im Februar waren Capito und Schmöle auf Einladung des Bischofs der Diözese Isiro im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo – eine Region, die laut Capito von Rebellen verunsichert wird. „Dort werden Kinder abgelegt wie Unrat, weil sie Aids haben, und in den Krankenstationen gibt es statt Betten Pritschen. Die Zustände sind unzumutbar.“ An solchen Stellen setzt die Missionsärztliche Familie an – egal ob mit gespendeten medizinischen Geräten oder finanzieller Unterstützung. „Das Brutale ist, dass man den Eindruck hat, vor Ort würde nur zugeguckt. Das wollen wir aber nicht“, hofft Capito auch in seiner neuen Heimat Unterstützer für den Verein zu finden.Daher präsentiert er gemeinsam mit Brigitte Schmöle in einem Vortrag am Donnerstag, 6. Dezember, die Arbeit des Vereins in Benin und der Demokratischen Republik Kongo. Zu sehen gibt es zahlreiche Bilder von den Aufenthalten in den beiden Ländern. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr im Gemeindehaus St. Marien in Korbach. Von Tobias Treude

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