„Church Night“ in der Kilianskirche · Jugendliche basteln und teilen Erfahrungen

Kirche in Ruhe kennenlernen

Mit religiösen Kürbisschnitzereien greift die „Church Night“ Halloween auf.

Korbach - Die evangelische Jugend lud am Samstag zur „Church Night“ in die Kilianskirche. Mit einem bunten Programm konnten Jugendliche Religion ganz entspannt erleben.

Was können Jugendliche, die sich nachts in der Altstadt herumtreiben, wohl vorhaben? Am Samstagabend besuchten sie die Kilianskirche zur „Church Night“.

Die evangelische Jugend des Kirchenkreises des Eisenberges hatte zum ersten Mal zu der Aktion eingeladen, die kurz nach dem Reformationstag die Erinnerung an Martin Luther in den Mittelpunkt stellte. Unter dem Motto „hell. wach. evangelisch“ fanden in ganz Deutschland und auch in Teilen Österreichs vergleichbare Aktionen statt.

„Was heißt evangelisch?“

„Wir wollen Jugendliche zum Nachdenken ermuntern, was es heißt, evangelisch zu sein“, erklärte die Korbacher Jugendarbeiterin Katharina Dankwort, die den Abend zusammen mit ihrer Lichtenfelser Kollegin Claudia Vach, der für das Upland und Diemelsee zuständigen Silvia Radke und Kreisjugendpfarrer Ingo Frank betreute. Bereits am vorherigen Wochenende hatten Jugendliche und ein großes Mitarbeiterteam das meiste vorbereitet.

Von 19 bis 24 Uhr boten sich den Besuchern zahlreiche verschiedene Aktionen. In einer Ecke der Kirche betätigten die Jugendlichen sich handwerklich: Sie sägten Kreuze aus und bastelten Lutherrosen als Schlüsselanhänger oder Kerzenschmuck. Gegenüber schauten sich andere eine Komödie im Kirchenkino an - auf den ersten Blick nicht sehr passend, aber Katharina Dankwort klärte auf: „Wir möchten, dass die Jugendlichen die Kirche als Raum für sich entdecken.“ Im Altarraum lagen zahlreiche Zettel mit Luthersprüchen und Requisiten, mit denen die Jugendlichen die Zitate für Fotos nachstellen konnten - ein Angebot, das auch manch Erwachsener interessant fand. Neben den „Geschichten im Kirchturm“ war besonders der Lutherweg im Gemeindehaus informativ: Im nur von Kerzen erhellten Raum wurden Stationen aus dem Leben des Reformators gezeigt, zu denen die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen hinzufügten. Und so wurde die Stille im Raum gelegentlich von einem Hämmern unterbrochen, wenn jemand seine eigenen Änderungswünsche an ein Brett nagelte wie einst Luther seine Thesen an die Kirchentür.

Im Gemeindehaus fanden sich auch ein Bistro mit „Chill-out-Zone“ und die Möglichkeit zum Kürbisschnitzen. „Da haben wir Halloween aufgegriffen“, erläuterte Katharina Dankwort: „Die Jugendlichen dürfen schnitzen, was sie wollen, aber wir ermuntern zu religiösen Motiven.“ Und so fanden sich einige leuchtende Kürbisse mit Kreuzen vor der Kirche.

Zu jeder vollen Stunde waren die Gäste zu einer kurzen Andacht eingeladen, die die Band „Faith United“ begleitete. Die Andachten waren sehr Teenager-gerecht aufgebaut: Zu einer Diashow mit unterschiedlichsten Darstellungen Luthers lief etwa Peter Fox‘ „Alles neu“. „Die Worte im Lied sind den Gedanken der Reformation ähnlich, manchmal muss sich etwas ändern“, forderte Katharina Dankwort die Jugendlichen auf, ihre Ideen in die Kirche einzubringen.

Wiederholung ist geplant

Die Jugendarbeiterin zeigte sich mit dem Zuspruch zur „Church Night“ äußerst zufrieden, auch wenn viele Besucher nicht bis zum Ende blieben. Im nächsten Jahr wolle die evangelische Jugend wieder an der Aktion teilnehmen. (wf)

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