Musiker bieten beim Konzert in St. Marien eindrucksvolle „Stunde der Kirchenmusik“

Kirchenchorklänge öffnen die Herzen

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Botschafter für Kirchen(chor)musik: Der „Katholische Kirchenchor St. Marien“ gewährt bei der „Stunde der Kirchenmusik“ am Sonntag Einblick in sein umfangreiches Repertoire. Percussionist Max Hundelshausen (l.) unterstützt.Fotos: Natalie Volkenrath

Korbach - Mal schwungvoll, mal besinnlich, immer aber stimmgewaltig und aus ganzer Seele loben die Sänger des „Katholischen Kirchenchores St. Marien“ bei ihrem Konzert am Sonntag den Herrn und die Schöpfung.

Um mit der „Stunde der Kirchenmusik“ - sie ist eine Initiative des Referats für Kirchenmusik im Erzbistum Paderborn - möglichst viele Musikfreunde anzusprechen, präsentierten die Korbacher um Bernhard Uteschil in der St.-Marien-Kirche ein breit gefächertes Programm (WLZ, 23. April). „Wir bekommen ein Konzert geboten, das der Grundstimmung der Osterzeit entspricht“, kündigt Domkapitular Gisbert Wisse an. „Ich wünsche, dass unsere Herzen und Sinne sich öffnen mögen für das Schöne dieser Zeit - für die Botschaft vom Leben sowie vom Wachsen in der Natur und in uns Menschen.“

Singen und swingen

Die Herzen der Zuhörer zu öffnen, gelingt dem Chor von Beginn an. In jedem Ton er-klingt die Liebe der Sänger zu Gott, zur Schöpfung und zur Musik. Die Musiker zeigen, dass das Konzertmotto „Kirche nur mit Musik“ für sie Programm ist. Und noch viel mehr: Sie beweisen, dass Kirchen(chor)-musik vielmehr umfasst als getragene Stücke aus dem Gesangbuch - ganz gleich, ob sie deutsch oder englisch, a cappella oder unter Begleitung von Bernhard Uteschil (Klavier), Eberhard Enß (Querflöte) und Max Hundelshausen (Percussion) singen. Uteschil und Enß bereichern das Konzert zugleich mit Instrumentalstücken aus der Feder Friedrich des Großen.

Im ersten Programmblock beeindruckt der „Katholische Kirchenchor St. Marien“ mit deutschsprachigen Chorwerken unterschiedlicher Stile und Entstehungszeiten. Lobpreis und Freude über die frohe Osterbotschaft erklingen beispielsweise in Edward Elgars „Klänge der Freude“ und Antonio Lottis „Alleluja“. „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ (Alejandro Veciana) werden die Zuhörer mit so viel Schwung, dass sie dieser Einladung gern folgen.

Mit der „Auferstehungssamba“ (Georg Riedel), bei der Percussionist Max Hundelshausen den Rhythmus vorgibt, leiten die Sänger gekonnt zum zweiten Konzertteil über. Laut Chorleiter Bernhard Uteschil stehen „schwungvolle und harmonisch farbig gehaltene Chorwerke“ im Mittelpunkt. Als der Chor das Traditional „Now let us sing“ anstimmt, würde mancher Gast wohl gern mitswingen. Psalmvertonungen von John Rutter („Look at the World“, For the Beauty of the World“) und Bob Chilcott („The Lord‘s my Shepherd“) setzen ebenso mitreißende Akzente wie die Stücke des afrikanischen Programmblocks mit den Zulu-Traditionals „Uyingcwele Baba“ oder „Jikela emaweni hamba“.

Erlös für Chormusik

Zwischen den Stücken ist der Besucher oft versucht zu applaudieren. Da Wisse jedoch auf den geistlichen Charakter des Konzerts verwiesen hatte, sparen sich die Zuhörer ihren Beifall bis zum Ausklang dieser eindrucksvollen „Stunde der Kirchenmusik“ auf. Der Erlös kommt dem Chor, der 2013 sein 20-jähriges Bestehen feiert, zugute. (nv)

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