Korbach

Kirchenkreis des Eisenbergs muss Stellen streichen

- Korbach (resa). In vielen kleinen Kirchspielen des Kirchenkreises des Eisenbergs sorgen sich die Menschen. Insgesamt 2,5 Pfarrstellen müssen bis 2017 gestrichen werden. Während der Synode wurde über Konzepte beraten.

Es ist ein sensibles Thema. Denn die Emotionen auf den Dörfern kochen hoch, wenn der eigene Pfarrer in Frage gestellt und nach Alternativen gesucht wird. In aller Offenheit wolle der Kirchenkreisvorstand deswegen mit der anstehenden Streichung der Pfarrstellen umgehen, beteuern Dekan Bernd Böttner und Präses Dagmar Kappelhoff. 2,5 der momentan 18,5 Pfarrstellen müssen bis 2017 gestrichen werden – denn je weniger Gemeindeglieder, umso weniger Pfarrer. Vor allem der demografische Wandel fordert Veränderungen. „Außerdem haben wir in Wal­deck-Frankenberg mit der Abwanderung junger Leute zu kämpfen“, weiß der Dekan. Und die negative Bilanz zwischen Kirchenein- und -austritten tut ihr Übriges dazu. „Also hat die Landeskirche neu gerechnet und uns gebeten, Vorschläge einzureichen, wie die 2,5 Stellen eingespart werden können“, erklärt Böttner. In den vergangenen Wochen seien dafür bereits Kriterien erarbeitet worden. „Wir wollen möglichst viele ganze Stellen erhalten oder erschaffen, die auch über 2017 stabil sind“, zitierte der Dekan aus dem Konzept. So könne man am besten die Strukturkosten reduzieren – also Kosten, die für Pfarrämter und Pfarrhäuser anfallen. Außerdem würden die Pfarrstellen auf dem Land für junge Theologen so reizvoller, weil sie sich auch finanziell lohnten. Acht Teilzeitstellen verzeichnet der Kirchenkreis im Moment, viele von ihnen werden aber bereits durch zusätzliche Aufgaben wie den Schuldienst oder die Frauenarbeit aufgestockt. „Dennoch wird es nicht ausbleiben, dass Kirchspiele größer werden“, sagt Böttner, „dass ein Pfarrer mit einer vollen Stelle dann für fünf oder sechs Ortschaften zuständig ist“. Es werde wohl Entscheidungen geben, über die Gemeinden traurig oder böse wären. Vor allem Kirchspiele im Upland und in Lichtenfels seien von den geplanten Kürzungen betroffen, erklärt Böttner. Auch in Diemelsee stehe eine Neuordnung an. Die Entscheidung darüber, welche Stellen am Ende gestrichen oder neu strukturiert werden, liegt aber beim Bischof. „Wir reichen nur ein Votum ein“, erklärt Böttner. Das wurde am Dienstagabend mit den Synodalen des Kirchenkreises diskutiert. „Es kann hier nicht um eine Abstimmung gehen“, so der Dekan, „schließlich gibt es ganz verschiedene, sich widersprechende Interessen“. Aber weil man als Kirchenkreisvorstand Transparenz bieten wolle, müsse auch Raum zur Diskussion gelassen werden. Die verlief am Dienstagabend ganz sachlich, wenn sich auch zuweilen Unverständnis breitmachte. „Wir wissen, dass dieser Prozess mit vielen Gefühlen verbunden ist“, räumt Dagmar Kappelhoff ein. Schließlich sei der Pfarrer von nebenan in vielen Dörfern seit Jahrhunderten Tradition. Bis zum 30. September wird nun die Endfassung des Votums für Kassel erarbeitet. Die Entscheidung fällt dann im Büro des Bischofs.

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