200 Besucher kommen zur Gemeindeversammlung Eppe

Kirchspiel kämpft um seine Pfarrerin

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- Die Menschen in Eppe, Nieder-Schleidern und Hillershausen wollen ihre Pfarrstelle nicht kampflos aufgeben. Rund 200 Besucher kamen am Sonntag zur Gemeindeversammlung und diskutierten mit Vertretern der Kirchenleitung.

Korbach-Eppe. Weil die Plätze in der Kirche nicht reichten, zog die Gemeindeversammlung spontan um: Fast 200 Besucher aus Eppe, Hillershausen und Nieder-Schleidern wollten ihren Protest gegen die geplante Pfarrstellenkürzung im Kirchspiel zum Ausdruck bringen. Im Januar 2013 soll die verbleibende halbe Pfarrstelle in Eppe gestrichen werden (wir berichteten). Das nehmen weder Pfarrerin Barbara Grenz, Ehemann Reinhard und der Kirchenvorstand noch die Gemeindeglieder hin. Ihren Fragen und ihrem Ärger stellten sich am Sonntagabend Kirchenverwaltungsoberrat Günther Dreisbach von der Landeskirche und Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis des Eisenbergs. „Im Rahmen des Pfarrstellenbemessungssystems hat das Kirchspiel nicht mehr genug Punkte erhalten, um eine halbe Pfarrstelle zu rechtfertigen“, erklärte Eva Brinke-Kriebel. Eben jenes System sorge aber für Vergleichbarkeit unter den Gemeinden. „Es ist nicht gerecht, wenn ein Pfarrer in einem Ort 232 Gemeindeglieder betreut und ein anderer sich um 2000 Gemeindeglieder kümmern muss“, erklärte die Dekanin. Außerdem müsse die Landeskirche insgesamt 95 Pfarrstellen kürzen, ergänzte Dreisbach. „Es gibt immer weniger Gemeindeglieder, also auch weniger Kirchensteuer“, erklärte er den Grund dafür. Eine Pfarrstelle koste 60 000 Euro und die könne sich die Kirche nicht mehr wie im bisherigen Umfang leisten. Deswegen habe die Landeskirche den Kirchenkreisen die Aufgabe gestellt, Stellen zu kürzen – zweieinhalb Stellen im Kirchenkreis des Eisenbergs. „Wir haben von 2007 bis 2009 über verschiedene Möglichkeiten diskutiert“, erinnerte die Dekanin, „diese Entscheidung ist nun schmerzhaft, aber gerecht“. Sie dürfe aber auf keinen Fall als Entscheidung gegen Familie Grenz empfunden werden.Persönlich nehmen die Epper die Entscheidung aber doch: „Uns geht es nicht um die wirtschaftliche Lage, sondern um die Menschen hier“, betonten viele, die sich in die Schlange am Mikrofon einreihten. Ohnehin würden sie von der Kirche andere Werte als wirtschaftliche Interessen erwarten.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Montag, 27. Februar 2012.

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