Stadt lehnt Vorhaben des Kreises ab, Eppe der MPS Goddelsheim zuzuordnen

Klares Votum für Epper Grundschule

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Korbach - Die Grundschule in Eppe soll eigenständig bleiben. Das Korbacher Parlament lehnt die vom Landkreis geplante Verbundschule mit der MPS Goddelsheim nachdrücklich ab.

„Eppe ist ein beeindruckender kleiner Schulstandort", resümierte SPD-Fraktionschef Martin Dörflinger diese Woche im Haupt- und Finanzausschuss des Parlaments: „Mindestens für die nächsten fünf Jahre geben es auch die Geburtenzahlen her", plädierte Dörflinger, die Grundschule Eppe weiter eigenständig zu erhalten.

Schulleitung unterstützen

Nicht nur die Sozialdemokraten hatten im Vorfeld das Gespräch in Eppe gesucht, auch die CDU, wie Fraktionschef Heinz Merl unterstrich: „Wir haben ausführlich mit Schulleitung und Ortsvorsteher diskutiert." So fiel das Urteil der Union im Ausschuss ebenso eindeutig aus: Die Grundschule im Korbacher Ortsteil soll selbständig bleiben.

Hintergrund der Debatte ist die aktuelle Neuauflage des „Schulentwicklungsplans" beim Landkreis. Noch 2009 war die Epper Schule darin eigenständig markiert worden - in Kooperation mit der größeren Marker-Breite-Schule in Korbach. Überdies gehörte die Epper Schule zu den ersten in Hessen, die eine besonders intensive Zusammenarbeit mit den umliegenden Kindergärten pflegte.

Nach einem Schreiben des Landkreises an die Stadt Korbach vom Februar 2012 soll dies nun alles neu geordnet werden: Im Konzept für den neuen Schulplan schlägt der Fachdienst im Landratsamt vor, die Grundschule Eppe künftig im Verbund der Mittelpunktschule Goddelsheim anzugliedern.

„Korbacher Modell"

Begründung des Landkreises: Viele Kinder gingen ohnehin ab der fünften Klasse zur MPS Goddelsheim.

Die Stadt wehrt sich indes gegen diese Vorgabe und plädiert vehement für ein „Korbacher Modell". Die Gedanken beim Landkreis seien nicht nachvollziehbar: Die Epper Schule sei in engem Austausch mit Korbacher Schulen, viele Eltern aus Eppe hätten in Korbach ihren Arbeitsplatz. Auch die Kooperation mit der Marker-Breite-Schule habe sich bestens bewährt.

Das Hauptargument kann zudem selbst das Kultusministerium in Wiesbaden nicht in den Wind schlagen: In Eppe gibt es genügend Mädchen und Jungen für zwei jahrgangsübergreifende Klassen. Im neuen Schuljahr sind es 30 Kinder, im Jahr darauf bereits 37. „Dieser Trend hält bis zum Schuljahr 2016/17 an", betont die Stadt Korbach.

Eppe erfülle also die Vorgaben der Landesregierung, erklärte SPD-Sprecher Helmut Schmidt. Somit gebe es auch für den Landkreis keinen Grund, die Eigenständigkeit der Grundschule aufzuheben. Werner Welsch (Grüne) forderte, dass sich auch die heimischen Landtagsabgeordneten entsprechend dafür einsetzen sollten.

Doch die Planung sei zunächst einzig „eine Sache des Landkreises", blickte CDU-Sprecher Timo Lockemann vor allem Richtung Kreishaus. Wichtig wäre für die Zukunft, dass viele Kinder von Eppe dann auch weiterführende Schulen in Korbach besuchten, folgerte Arno Wiegand (FDP).

In der Abstimmung empfiehlt der Finanzausschuss einstimmig, die Pläne des Landkreises für Eppe abzulehnen. Das abschließende Votum trifft am 22. März das Parlament.

Rhena und Westwallschule

Bis Anfang April muss die Stadt Korbach ihre Stellungnahme an den Kreis schicken. Keine Vorbehalte gibt es für die Zuordnung der Astrid-Lindgren-Schule Rhena im Verbund mit der Westwallschule Korbach. Dies entspreche dem Wunsch von Schulleitung und Schulkonferenz.

Louis-Peter-Schule

Unstrittig im Konzept des Landkreises für den neuen Schulentwicklungsplan ist die Klassifizierung der Louis-Peter-Schule. Die Haupt- und Realschule hatte sich zuletzt in einem Modellprojekt des Landes als „Mittelstufenschule" neu ausgerichtet (wir berichteten). Dies bedeutet etwa mehr individuelle Förderung von Haupt- und Realschülern, zugleich eine stärkere berufliche Orientierung.

Gesagt

„Ich kann Frau Henzler auch gerne anrufen. Aber ich mag sie nicht besonders."

Arno Wiegand (FDP) über die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP).

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