Korbach

Knopfdruck für den Ökostrom

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- Korbach (jk). Die Kreisstadt setzt künftig ausschließlich auf Ökostrom. Die Verträge mit Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) sind unter Dach und Fach.

Symbolisch drückten Bürgermeister Klaus Friedrich und EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller am Mittwoch im Rathaus schon mal den roten Knopf: Vom 1. Mai an soll die Stadt Korbach ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energiequellen versorgt werden.Über 100 städtische Gebäude und rund 3300 Straßenlaternen erhalten ihren „Saft“ also aus Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft oder Biomasse – ob Rathaus oder Museum, Kernstadt oder Ortsteile.

Rathauschef Friedrich sieht im Umschalten auf Naturstrom die logische Konsequenz „aus der Korbacher Klimaschutzpolitik“. Die Kreisstadt war bereits 1997 der internationalen „Alianza del Clima“ beigetreten, unterzeichnete Ende 2009 dann gemeinsam mit Nachbargemeinden die Klima-Charta „100 Kommunen für den Klimaschutz“. Überdies habe Korbach in den vergangenen Jahren viel für energetische Sanierung der Gebäude bis hin zur Energieberatung für Hausbesitzer getan. Auch Bürgersolaranlagen, wie am Feuerwehrstützpunkt, nannte Friedrich.

Der Bürgermeister macht indes keinen Hehl daraus, dass auch die jüngste Katastrophe in Japan mit ihren gravierenden Folgen für die Atommeiler in Fukushima zum Umdenken führte: „Die Zukunft wird Naturstrom sein müssen“, denn Kernkraft berge stets Gefahren. Für die Kreisstadt gebe es keine vertretbare Alternative, als dauerhaft auf Naturstrom umzustellen. Zudem hatte die Stadt im Februar bereits bei der Präsentation des dritten Klimaschutzberichts ein Aktionsprogramm angekündigt. Friedrichs Fazit: „Die Stadt Korbach will Vorreiter sein“ beim Ökostrom. Denn im Versorgungsgebiet von EWF haben bislang nur die Gemeinden Diemelsee und Bad Zwesten (Schwalm-Eder-Kreis) komplett auf Ökostrom umgestellt, wie EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller erklärt. Die zusätzlichen Kosten für die Stadt Korbach bezifferte Friedrich als gering: rund 7000 Euro pro Jahr – bei Gesamtkosten von 460 000 bis 500 000 Euro für Strom. Der Verbrauch liegt im Schnitt bei 2,5 Millionen Kilowattstunden (kw/h) für die städtischen Gebäude.Öko-Mix bei EWF.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerrstag, 14. April

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