Gelungene Premiere: Publikum feiert Simba und Co. mit stehendem Applaus und Rufen nach Zugaben

Der König der Tiere erobert die Herzen

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Mit aufwendigen Kostümen wird die bunte Tierwelt der Serengeti auf der Bühne lebendig. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Mit Simba im Reich der Löwen: Mitten in Korbach wird die Steppe der Serengeti lebendig. Bunte Kostüme, Action, Musik und ganz große Gefühle sind die Zutaten für zwei Stunden kurzweilige Familienunterhaltung.

Der majestätische Königsfelsen überragt alles auf der Bühne im Schießhagen. Auf ihm erwartet Mufasa (Bastian Thielemann), der mächtige König der Tiere, seine Untertanen. Stolz präsentiert er ihnen seinen erstgeborenen Sohn Simba. Nur wenige Minuten und schon sind die Zuschauer mittendrin in der Geschichte um den kleinen Löwen, der um seine Stellung als König der Tiere kämpfen muss. Mittendrin im ewigen Kreis des Lebens. Und mittendrin in der Steppe der Serengeti mit ihrer üppigen Vielfalt wilder Tiere.

Aufwendige Kostüme, Tanz, Gesang und eine rührende Geschichte: „Simba, König der Tiere“ verspricht Unterhaltung für die ganze Familie - und fordert die Akteure der Korbacher Freilichtbühne ganz besonders. Eine Heerschar an Statisten haucht der afrikanischen Wildnis mitten in Korbach Leben ein. Die Darsteller müssen nicht nur mit Sprache, Mimik und Gestik ihre Rollen verkörpern, sondern auch kämpfen, tanzen und singen - und es bei hochsommerlichen Temperaturen in dickem Fell aushalten. Die Bühnentechniker geizen nicht mit Spezialeffekten: Wabernder Nebel, Explosionen und lodernde Flammen geben dem Geschehen auf der Bühne besondere Dramatik.

Die Story dürfte den meisten bekannt sein: Der kleine Löwe Simba (Johann Nagel) soll in die Fußstapfen seines Vaters Mufasa, König der Tiere und Herrscher des Dschungels, treten. Doch die Rechnung hat er ohne seinen intriganten Onkel Scar (Werner Schwager) gemacht, der die Krone für sich haben will und Simba sowie seinem Vater eine tödliche Falle stellt. Schwager, auch Regisseur des Stücks, sorgt als finster dreinblickender Bösewicht für eiskalte Schauer.

Doch Simba überlebt das Attentat und flüchtet in den Dschungel. Dort trifft er auf seine neuen Freunde, das Erdmännchen Timon (Luis Lessing) und das Warzenschwein Pumbaa (Thomas Melzer). Die beiden tierisch witzigen Kumpanen entwickeln sich schnell zu Publikumslieblingen und haben die Lacher sicher.

Derweil versinkt das ehemals blühende Königreich der Tiere unter der Herrschaft von Scar im Chaos. Eines Tages jedoch trifft der nun erwachsene Simba (jetzt gespielt von Yannick Dommermuth) auf seine Jugendfreundin Nala (zunächst Leonie Grebe, dann Geraldine Lessing), die ihm von den Ereignissen im Königreich berichtet und Simba überzeugt, Scar herauszufordern und seinen rechtmäßigen Thron zurückzufordern.

Ohne Millionenbudget, dafür aber mit viel Herz und einer Portion Improvisationstalent gelingt es dem Ensemble der Freilichtbühne, ihr Publikum in den Bann zu schlagen. Werner Schwager als Regisseur, unterstützt vom Wiener Schauspieler Günther Treptow, hat das Stück temporeich inszeniert, lässt aber auch viel Raum für die ganz großen Gefühle - untermalt von den bekanntesten Songs aus Film und Musical wie „Hakuna Matata“, „Der ewige Kreis“ oder „Kann es wirklich Liebe sein?“.

Selbst kleinste Nebenrollen setzen witzige Akzente, etwa Milou Langer, die als kleine Maus das Publikum entzückend in die Pause schickt. Der Auftakt für die neue Saison im Schießhagen könnte für die Schauspielschar jedenfalls kaum besser sein: Mit stehendem Applaus und lauten Rufen nach einer Zugabe feiert das Publikum seine Helden auf der Bühne.

Viel Applaus erntete auch die Premiere des Abendstücke "Der schwarze Abt". Mehr darüber lesen Sie in der WLZ-Printausgabe von Montag, 21. Juli.

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