Christof Linde und Bernd Dittrich veröffentlichen Feuerwehrfachbuch zum Thema „Türöffnung“

Mit Köpfchen den Zylinder ziehen

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Bernd Dittrich und Christof Linde haben das Lehrbuch „Türöffnung“ für Feuerwehrmänner geschrieben, es wurde im „ecomed“-Verlag veröffentlicht. Unterstützung gab es von Denis Heller, der „Fotomodell“ spielte.

Korbach - Im Notfall können Feuerwehrleute in zwei Minuten die Tür öffnen. Dafür bedarf es aber eines guten Trainings. Das theoretische Wissen für Einsatzkräfte rund um die Türöffnung präsentieren Bernd Dittrich und Christof Linde in ihrem neuen Buch.

Wenn der Rettungsdienst vor verschlossenen Türen steht und auf der anderen Seite ein Notfall wartet, dann schlagen sie bei der Feuerwehr Alarm. Die rückt aus, um die Tür zu öffnen. Das passiert im Landkreis im Jahr rund 100-mal. „Die Tendenz ist steigend“, sagt Christof Linde, Lehrer an der Landesfeuerwehrschule.

Und auch deswegen gilt es, die Feuerwehrleute gründlich auf diesen Notfall vorzubereiten. Denn wenn es brenzlich wird - ob beim medizinischen Notfall oder beim Brand -, lange Zeit fürs Überlegen bleibt den Einsatzkräften nicht.

„Dann ist es gut, wenn die Feuerwehrleute das Schloss schnell zuordnen können und wissen, wie sie damit umgehen müssen“, erklärt Linde. Die theoretische Basis dafür legt er nun gemeinsam mit dem stellvertretenden Stadtbrandinspektor Bernd Dittrich vor. Gemeinsam haben sie das Feuerwehrfachbuch „Türöffnung“ geschrieben.­ ­Dazu gehört eine DVD, die Wehrführern oder Ausbildern Infomaterial und einen Film anbietet. Den haben die beiden Korbacher gemeinsam mit einem Experten und Denis Heller als „Modell“ gedreht. Damit legen die Feuerwehrleute ein bisher in Deutschland einzigartiges Werk vor.

„Es gibt ständig Neuerungen in der Sicherheitstechnik“, erklärt Dittrich, „deswegen ist es wichtig für die Feuerwehrleute, auf dem neuesten Stand zu bleiben.“ Ob Kastenschlösser, die mit einem Dietrich geöffnet werden, normale Schließzylinder, die beim Türöffnen gezogen werden, oder stabile Sicherheitsschließzylinder mit Ziehschutz, die die Feuerwehrleute vor größere Herausforderungen stellen: Das Buch verschafft einen Überblick über verschiedene Schlösser und verschiedene Methoden. Zerstörungsfreie Varianten werden ebenso vorgestellt, wie Aktionen, die gefragt sind, wenn die Zeit knapp wird. „Wichtig war uns auch, über die rechtlichen Grundlagen zu informieren“, sagt Christof Linde. Wann dürfen Feuerwehrleute Türen überhaupt öffnen? Wann überlassen sie das besser der Polizei? Und welche Vorschriften gibt es für die Aufbewahrung des Türöffnungssets? „Denn nicht jeder ist befugt, die Werkzeuge zu nutzen“, erklärt Linde, „die Ausrüstung ist schließlich nur für den Notfall gedacht.“

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