Regierungspräsidium genehmigt leistungsstärkste Serien-Windkraftanlage bei Vasbeck

Kommt die 198-Meter-Anlage?

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Edda Heuer, die in der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums das Genehmigungsverfahren führte, und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (r.) übergeben den Bescheid zum Bau der 198 Meter hohen Windkraftanlage an „Lenpower“-Geschäftsführer Nils Niescken

Diemelsee-Vasbeck - Eine Gesamthöhe von 198 Metern und eine Leistung von 7,5 Megawatt: Das sind die Zahlen zur derzeit leistungsstärksten Serien-Windkraftanlage der Welt. Das Riesen-Windrad könnte bei Vasbeck aufgestellt werden.

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke hat den Genehmigungsbescheid für die Errichtung und den Betrieb der Anlage mit der Typenbezeichnung E-126 an Nils Niescken, Geschäftsführer von „Lenpower“, übergeben. Die Anlage würde auf dem bereits bestehenden Vorranggebiet zwischen Vasbeck und Gembeck aufgestellt. Doch ob das Unternehmen aus Hannover überhaupt diesen Typ dort errichten wird, ist noch unklar. „Eventuell bauen wir auch eine kleinere Anlage“, sagte Niescken gegenüber der WLZ-FZ.

Erste dieser Art in Hessen

Die Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel sei mit vielen Auflagen verbunden. Außerdem wolle das Unternehmen in den nächsten Monaten prüfen, ob die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Bau der großen Anlage bei Vasbeck gegeben sind - und auch, ob sie überhaupt dorthin transportiert werden könnte. Die Anlage wäre die erste dieser Art in Hessen und hätte eine Gesamthöhe von 198 Metern, einen Rotordurchmesser von 127 Metern und eine Nennleistung von 7,5 Megawatt. Sie ist damit die derzeit leistungsstärkste Serien-Windkraftanlage der Welt. Die Kosten würden bei rund 12,5 Millionen Euro liegen.

„Die Anlage ist nicht speziell für den Standort ausgewiesen und ist sonst eher an der Küste zu finden“, erklärt Nils Niescken. Aber auch in Rheinland-Pfalz gibt es Windparks mit den Anlagen. Deshalb werde erst im Sommer entschieden, ob sich der Bau dieser großen Anlage wirklich lohnt. Da bei Vasbeck bereits rund 150 Meter hohe Anlagen stehen würden, geht Niescken nicht davon aus, dass ein deutlich erkennbarer Unterschied sichtbar werden würde. Das Unternehmen wolle zudem sensibel mit den Wünschen der Bürger vor Ort umgehen. „Lenpower“ errichtet und betreibt Windparks in ganz Deutschland.

Diemelsees Bürgermeister Volker Becker ist von der Genehmigung einer Anlage in dieser Größenordnung nicht überrascht, „schließlich sind sie keine Seltenheit mehr“. Dennoch würde die Gemeinde die Unterlagen kritisch überprüfen.

Sollte sich „Lenpower“ für den Typ E-126 entscheiden, rechnet Niescken mit einer Bauzeit von einem halben Jahr. Der Baubeginn hänge von den vorbereitenden Arbeiten und dem Liefertermin der Anlage ab.

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