Idee: Rattlar zum Kirchspiel Usseln, halbe Pfarrstelle für Schwalefeld und die Urlauberseelsorge

Kompromissvorschlag auf dem Tisch

+
Der Erhalt der Pilgerkirche ist den Kirchengemeinden Schwalefeld und Rattlar wichtig. Es ist jetzt daran gedacht, die pfarramtliche Versorgung von Schwalefeld sowie die Kur- und Urlauberseelsorge in Zukunft durch eine halbe Pfarrstelle sicherzustellen. Fotos: Ulrike Schiefner

Willingen - Bei der von der evangelischen Landeskirche angestrebten Pfarrstellenanpassung zeichnen sich im oberen Upland möglicherweise neue Perspektiven ab.

„Aus drei mach zwei“: Das war, auf einen kurzen Nenner gebracht, die seit 2009 von der Kirchenleitung vorgegebene Richtung. Wie ausführlich berichtet, zielte der vom Kirchenkreisvorstand vor fünf Jahren entwickelte Vorschlag darauf ab, die Kirchengemeinden Rattlar und Schwalefeld pfarramtlich mit dem Kirchspiel Usseln zu verbinden und die Kur- und Urlauberseelsorge in Zukunft von Willingen aus wahrzunehmen.Mit Blick auf die mittlerweile in Schwalefeld und Rattlar entwickelte Pilgerarbeit regte sich in den beiden Gemeinden heftiger Widerstand gegen diese Pläne. Die Kirchenvorstände fürchteten in diesem Fall das Aus für die Pilgerkirche. Sie forderten, die Pfarrstelle nicht zu streichen, sondern im Gegenteil die bisherige Viertelstelle für die vom Schwalefelder Pfarrer wahrgenommene Kur- und Urlauberseelsorge auf eine halbe Stelle auszuweiten.

Am Dienstag trafen sich die Kirchenvorstände der von der Pfarrstellenanpassung betroffenen Gemeinden - Willingen, Usseln, Rattlar, Schwalefeld und Welleringhausen - zu einem Gespräch mit der für Personalangelegenheiten der Landeskirche zuständigen Prälatin Marita Natt, ihrem Büroleiter Matthias Nöding und Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Wie die Dekanin gestern auf Anfrage der WLZ erklärte, liegt jetzt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch.

Die Pfarrstelle Willingen sei durch die bevorstehende Übernahme der kommunalen Kindertagesstätte in kirchliche Trägerschaft mittelfristig gesichert. Es sei vorgesehen, die Kirchengemeinde Rattlar dem Kirchspiel Usseln/Welleringhausen zuzuordnen. Die pfarramtliche Versorgung von Schwalefeld und die Kur- und Urlauberseelsorge könnten, so die Idee, durch eine halbe Pfarrstelle sichergestellt werden. „Damit kommt die Landeskirche den Gemeinden Schwalefeld und Rattlar entgegen und spart nicht eine ganze Stelle ein, sondern nur eine halbe.“ Damit solle auch das besondere Engagement für die Pilgerkirche gewürdigt werden, so Eva Brinke-Kriebel.

Der Vorschlag, der sich wie ein Lauffeuer im Upland verbreitete, löst bei den Gemeindegliedern in Rattlar und Schwalefeld vor allem die Frage nach Perspektiven für Pfarrstelleninhaber Ulf Weber aus. Die Dekanin deutete an, dass man im Gespräch sei. „Es zeichnen sich sehr gute Lösungsmöglichkeiten ab.“ Weber gab dazu auf Nachfrage der WLZ gestern noch keine Stellungnahme ab.

„Für die Kirchengemeinde Rattlar würde sich die deutlichste Veränderung ergeben, falls dieser Vorschlag so umgesetzt wird“, erklärte Kirchenältester Hans-Jürgen Fehlinger. Der Kirchenvorstand habe sich kurzfristig noch keine Meinung gebildet. Fehlinger betonte, dass die Pilgerkirche zwar ein Schwalefelder Projekt sei, Rattlar jedoch ebenfalls Anteil an der Pilgerarbeit habe. Mit der derzeit laufenden Umgestaltung der Kirche gehe die Gemeinde auf den neuen Wegen weiter und wolle sich noch stärker für die Besucher öffnen. Er hält bezüglich der Pilger-Idee auf jeden Fall auch in Zukunft eine Zusammenarbeit mit Schwalefeld für notwendig.

Von Ulrike Schiefner

Kommentare