Korbach

Korbach singt „O sole mio“ - Video

- Korbach (jk). Er hat das Publikum erobert wie ein Torero: Nach verhaltenem Auftakt feierte der Tenor Björn Casapietra in Korbach einen Riesenerfolg.

Im Osten Deutschlands ist er bekannt wie ein bunter Hund, im Westen sind Björn Casapietras Konzerte bislang eher rar gesät. So herrschte am Donnerstagabend vor 500 Besuchern auf der Freilichtbühne erwartungsvolle Spannung auf beiden Seiten – beim Sänger und beim Publikum. Mit britischen Titeln seines Albums „Celtic Prayer“ stimmte Casapietra den Konzertabend an. Ob „Scarborough Fair“ oder „The Water is Wide“ – der deutsch-italienische Tenor bewies schnell sein immenses Gefühl für Partitur und Text. An seiner Seite hatte er mit der Schweizer Konzertpianistin Sibylle Briner eine wahrlich virtuos aufspielende Partnerin, die ihm im Aufwärmprogramm fast den Rang abzulaufen schien. Doch mit „Amore Perduto“ und der Eigenkomposition „Zephyr“ setzte Casapietra vor der Pause dann deutliche Akzente zwischen feinfühlig samtigem Timbre und volltönendem Tenor. Nach eingängigem Auftakt im zweiten Teil mit Leonard Cohens „Hallelujah“ brachte Casapietra sein Publikum dann in die erhoffte „Stimmung wie beim Rockkonzert“. Unterhaltsam, augenzwinkernd kommentierend, mal solo, mal im Duett mit der erstklassig singenden Sibylle Briner dirigierte er ein begeistertes Auditorium auf der Freilichtbühne schließlich nach Belieben. 500 Menschen sangen in Korbach inbrünstig „O sole mio“ – und vertrieben im Chor die letzten Regentropfen. Mit dem volkstümlichen „Funiculi, Funiculà“ verschmolzen Musiker und Publikum zur Einheit. Wer in der Pause noch zweifelte, ging am Ende begeistert in die Nacht. Und die Autogrammjäger standen Schlange bei Casapietra und Briner.

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Das Video zum Auftakt finden Sie hier:

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