„Die Prinzen“ treten am 12. September in der Kilianskirche auf

In Korbach wird „Küssen verboten“

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Erste Vorbereitungen (v. l.): Die Vertreter der Stadtkirchengemeinde Korbach, Eva Brinke-Kriebel, Eberhard Jung und Werner Nagel, besichtigen mit Prinzen-Produktionsleiter André Koppelt, Bariton Henri Schmidt und Bassist Mathias Dietrich die Kilianskirche

Korbach - „Mit unseren Kirchenkonzerten wollen wir zu den Fans kommen“, berichtet Henri Schmidt, Bariton der Pop-Gruppe „Die Prinzen“. Zusammen mit Bassist Mathias Dietrich besuchte er am Dienstagabend den Korbacher Kilian. Beim Konzert am 12. September heißt es dort: „Küssen verboten“.

Den gleichnamigen Prinzen-Klassiker geben die Leipziger im Rahmen ihrer Kirchentournee ebenso zum Besten wie ihre Erfolgsstücke „Gabi und Klaus“, „Millionär“, „Mann im Mond“, „Schwein sein“ und „Alles nur geklaut“. „Das detaillierte Programm erarbeiten wir erst im Frühjahr, aber alle Hits werden dabei sein“, betont Henri Schmidt.

Für das Konzert in Korbach wählen die Musiker, an denen in den 90er-Jahren niemand vorbei kam, aus ihren mehr als 100 Songs 24 bis 28 Stücke aus. Die Echo-Gewinner versprechen den rund 600 Gästen ein rund zweistündiges Akustik-Konzert. Schmidt: „Mit zwei oder drei Stücken werden wir dabei auch an unsere Kinder- und Jugendzeit im Thomanerchor erinnern.“

Fünf Sänger plus Schlagzeuger und Bassisten kündigen Schmidt und Dietrich - beide sind zugleich Manager der Gruppe - für den 12. September an. Frontmann Sebastian Krumbiegel, dessen Rotschopf zu den 90ern gehört wie die Techno-Welle, darf natürlich nicht fehlen.

Altarraum wird zur Bühne

Weil die Kirche als Kirche wirken soll, machen „Die Prinzen“ den Altarraum zur Bühne. „Die Beschallung erfolgt dezentral über viele kleine Lautsprecher“, erläutert Schmidt. Der Akustik-Pop soll so besonders gut ins Ohr gehen.

„Jede Kirche hat ihre Besonderheiten“, erklärt Schmidt, warum die beiden Musiker zusammen mit Produktionsleiter André Koppelt alle Stationen der Kirchentournee 2013 im Vorfeld besuchen. „Das hier ist eine schöne Kirche“, lobt der Manager. „Akustisch ist sie jedoch anspruchsvoll.“ Was den Prinzen im Kilian fehlt, ist einzig eine Orgelempore. Von dieser stimmen sie immer wieder gern eines ihrer Thomaner-Stücke an.

Auf die Frage, warum „Die Prinzen“ nach Korbach kommen, gibt es zwei Antworten: „Sie haben bei uns angefragt, und wir haben gesagt, dass wir mitmachen“, berichtet Dekanin Eva Brinke-Kriebel im Namen der veranstaltenden Stadtkirchengemeinde. Schmidt: „Mit unseren Kirchentourneen wollen wir zu den Fans kommen.“

Zurück geht die Idee, in Kirchen aufzutreten, auf einen Harzer Pfarrer. „Er hat in seiner Gemeinde mit Prinzen-Texten gearbeitet und uns für ein Konzert angefragt“, blickt Schmidt zurück. „Ein Popkonzert in einer Kirche - das wollten wir nicht machen“, gibt der Sänger zu. „Der Pfarrer war aber so herzzerreißend hartnäckig, dass wir zugestimmt haben. Und weil alle so begeistert waren, haben wir 2010 die erste Tournee mit 40 Konzerten gespielt.“

„Familienband“

2011 folgen Auftritte in größeren Hallen unter dem Motto „20 Jahre Prinzen“. 2012 schließt sich die zweite Kirchentournee an und 2013 nun die dritte. Im September und Oktober sind 30 Auftritte in ganz Deutschland geplant. Ein neues Album ist hingegen nicht in Arbeit.

„Ich staune immer wieder, dass die Fans ihre Kinder mitbringen und diese Lieder mitsingen, die älter sind als sie selbst“, lächelt Schmidt. „Für uns, die wir uns selbst Familienband nennen, verursacht das immer wieder ein Gänsehaut-Feeling.“

Trotz Kussverbot scheint gute Laune am 12. September im Kilian somit garantiert. Klatschen und Mitsingen sind in der Kirche außerdem ausdrücklich erwünscht.

Das Prinzen-Konzert beginnt um 20 Uhr. Karten kosten 39 Euro. Der Vorverkauf startet in Kürze. Die Stadtkirchengemeinde gibt den Termin schnellstmöglich bekannt.

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