Korbach

Korbacher befreien Kinder aus Sklaverei

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- Korbach (nv). 35 Euro und 30 Cent – für die meisten Deutschen ist dies ein überschaubarer Betrag. In Indien genügt er, um einem Steinbrucharbeiter ein Leben abseits der Schuldknechtschaft zu schenken. 15 000 Euro hat die Korbacher „Eine-Welt-Initiative“ in den vergangenen zwei Jahren gesammelt und damit 425 Kinder und Erwachsene befreit.

Kinder, die mit riesigen Hämmern Steine schlagen statt lesen und schreiben zu lernen; Babies, die in Staubwolken liegen; Erwachsene mit durch Sprengungen verstümmelten Gliedmaßen: Diese Bilder aus indischen Steinbrüchen haben die Mitglieder der Korbacher Eine-Welt-Initiative zutiefst bewegt. Vor zwei Jahren entschlossen sie sich daher, das Projekt „Freikauf aus der Schuldknechtschaft“ zu starten. Dem Kampf gegen Kinderarbeit und Ausbeutung indischer Familien widmet sich das katholische Hilfswerk Misereor seit vielen Jahren. Mit 15 000 Euro könne die gesamte Belegschaft eines Steinbruchs – das sind 100 bis 500 Personen – aus der Sklaverei befreit werden, heißt es im Internet unter www.misereor.de.

Dieses Ziel steckten sich auch die Korbacher und haben es nun erreicht. Bei vielfältigen Aktionen sammelte die Initiative – unterstützt vom Agenda-Arbeitskreis Fairer Handel – Spenden. Neben privaten Spenden kam dem Projekt zum Beispiel ein Teilerlös des Weihnachtsbasars an der Alten Landesschule zugute. Auch die katholische Kirchengemeinde St. Marien stellte die Hälfte des Erlöses aus ihrem Gemeindefest bereit. Hinzu kamen die Überschüsse des vom Verein betriebenen Weltladens. „Mit unseren 15 000 Euro haben wir in der Nähe der südindischen Stadt Bangalore den Steinbruch Bettadasapura freigekauft“, berichtet Vorstandsmitglied Ingrid Becker stolz. 425 Kinder, Frauen und Männer befreien die Spender damit aus der Schuldknechtschaft. Das Geld setzt Misereor laut Vorsitzendem Franz Harbecke in erster Linie ein, um die Arbeitnehmer über ihre Rechte zu informieren. „Kinderarbeit bis 14 Jahre ist in Indien verboten“, stellt der Korbacher klar. Das Hilfswerk unterstützt die Arbeiter, die meist illegalen Pächter der Steinbrüche heraus zu klagen und die Betriebe selbst zu übernehmen.

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