Continental reduziert Schichten · Vorstand Wente bei Betriebsversammlung

Korbacher Gummiwerker sind flexibel

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Werksleiter Lothar Salokat, Björn Schöffl und Jörg Schönfelder vom Betriebsrat, Petra Beckmann (ContiTech), Personalleiter Edwin Weigel, Conti-Vorstand Heinz-Gerhard Wente, Ulrich Spitzer (ContiTech) und Constantin Batsch (Leiter Zweiradreifen).

Korbach - Die schwächelnde Konjunktur trifft auch Conti in Korbach. Das Werk lässt Schichten ausfallen und produziert weniger Reifen. Mit einem Krisenjahr 2013 rechnen dennoch weder Betriebsrat noch Management.

„Die Auftrags- und Beschäftigungslage ist zurzeit etwas schwierig“, fasste Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder gestern nach einer Betriebsversammlung die Situation zusammen. Im Bereich Industrie- und Motorradreifen hat Conti die Schichten von 21 auf 15 reduziert. Im Bereich Pkw-Reifen ist laut Werksleiter Lothar Salokat in den vergangenen Monaten die Produktionsmenge zurückgefahren worden. Sonntagsschichten seien abgesagt worden. Außerdem wird die Winterpause um zwei Tage verlängert: Letzter Arbeitstag in diesem Jahr ist schon der 20. Dezember, am 2. Januar werden die Maschinen wieder angefahren.

Generell unterliege die Auftragssituation in den vergangenen Jahren starken Schwankungen, erklärte Conti-Vorstand Heinz-Gerhard Wente (Hannover). Entsprechend flexibel müsse die Belegschaft sein. Der Betriebsrat denke deshalb über neue Teilzeitregelungen nach, sagte Schönfelder: „Wir haben das Thema erkannt.“

Trotz angespannter Lage hat Conti in diesem Jahr 172 Leiharbeiter in feste Arbeitsverhältnisse übernommen, weitere 60 folgen zum Jahreswechsel. „Damit sind wir eine Ausnahme in der Landschaft“, sagte Schönfelder. 43 junge Menschen haben 2012 eine Ausbildung im Korbacher Werk angefangen, im kommenden Jahr will Conti sogar 48 Ausbildungsplätze schaffen.

„2013 ist nicht einfach einzuschätzen. Wir gehen mit gewisser Gespanntheit ins neue Jahr“, blickte Wente voraus. Die Auftragslage zum Jahresbeginn sei „vernünftig“, so der Vorstand. „Wie es sich danach weiterentwickelt, wissen wir nicht.“ Mit einem Krisenjahr 2013 rechnet dennoch keiner bei Conti: „Anders als in anderen Werken, die nur die Erstausrüster beliefern, federt das Ersatzgeschäft in Korbach die Schwankungen ab“, sagte Wente.

Stabil zeigt sich indes die Lage bei ContiTech: „Wir beliefern Premium-Hersteller, die von den dramatischen Rückgängen noch nicht betroffen sind“, sagte Geschäftsführerin Petra Beckmann. Mit neuen Produkten reagiert die Sparte auf sich wandelnde Märkte: In Korbach entwickelte und produzierte Schlauchsysteme für sogenannte SCR-Technologien, die Stickoxide in den Abgasen von Motoren reduzieren, machen mit­tlerweile rund ein Drittel des Umsatzes von ContiTech aus. 2005 waren sie noch bedeutungslos.

Betriebsratschef Jörg Schönfelder vermeldete außerdem: Conti stockt die betriebliche Altersversorgung von 0,5 auf 1,5 Prozent des Bruttogehalts auf.

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