Vom 22. bis 25. Mai internationaler Hansetag in Lübeck

Korbacher reisen zur Königin der Hanse

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Auf den Hund(t) gekommen: Symbolisch schieben Bürgermeister Klaus Friedrich, Goldmarie Corinna Behle, Dr. Marc Müllenhoff (Stadtmarketing), Jessica Nickel, Hanse-Experte Heinz Merl und Dirk Westmeier (r.) aus dem Bürgerbüro einen Bergwerkswagen auf die Reise nach Lübeck. In der Bergmannssprache heißt ein solcher Wagen Hund oder Hunt.

Korbach - Erstmals mit dem offiziellen Titel „Hansestadt“ grüßt Korbach die Königin der Hanse. Dabei haben sich die Gäste für ihren Auftritt beim internationalen Hansetag in Lübeck wahrlich glänzend vorbereitet.

Hessens einzige Hansestadt ist reisefertig für die große Schau vom 22. bis 25. Mai in Lübeck. Goldtaler, Korbacher Goldwasser, einen Koffer mit Informationen über einen Berg voller Gold haben die Korbacher im Gepäck. „Und natürlich jede Menge guter Laune“, betont Corinna Behle. Die „Goldmarie“, Symbolfigur der alten Hansestadt Korbach, führt die Delegation mit strahlen-dem Lachen nach Lübeck an.

Auch Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich ist mit von der Partie, dazu Dr. Marc Müllenhoff (Stadtmaerketing), und Heinz Merl darf nicht fehlen - Kommunalpolitiker, Stadtführer und Experte in Sachen „Hanse“. Auf die Reise in den hohen Norden freuen sich ebenso Dirk Westmeier und Jessica Nickel aus dem Korbacher Bürgerbüro, die den Gästen am Korbacher Stand auch trefflich einschenken möchten - hochpro-zentiges Korbacher Goldwasser.

Als Korbach im Juni 2013 von der Landesregierung als einzige hessische Stadt den offiziellen Titel „Hansestadt“ erhielt, da war das Rauschen groß im deutschen Blätterwald. Auch in Lübeck, Königin aller Hansestädte, berichtete die Zeitung ausführlich über diese bis dato wenig bekannte Hansestadt Korbach aus dem Binnenland.

Was aus Korbacher Sicht immer noch viel zu wenige Reisende wissen: Korbach ist Deutschlands goldene Stadt, denn im Eisenberg schlummert Deutschlands größte histo-rische Goldlagerstätte. Zehntausende Gäste sind im Besucherbergwerk bereits auf Entdeckungstour in die goldene Unterwelt gegangen - und diese Botschaft will die Korbacher Delegation auch dem internationalen Publikum in Lübeck mit auf den Weg geben.

Handel und Gold

Hanse und Gold sind in Korbach untrennbar verbunden. Vom 13. bis 15. Jahrhundert, als Korbach dem Kölner Drittel der Hanse angehörte, da blühte auch der Goldbergbau im Herzen des Waldecker Landes. Noch reiner und schöner als das böhmische Gold, so wurde das Edelmetall aus Korbach im Mittelalter gerühmt. Und selbst Goethes Drama über den Raubrit-ter Götz von Berlichingen fußt auf goldenem Korbacher Boden: Goethes Figur des „Weislin-gen“ ist in Wahrheit der Waldecker Graf Philipp, den Götz auf seiner Burg im 16. Jahrhundert gefangen hielt - und der später mit Gold „aus mynem Goltberge“ ausgelöst werden musste.

Kronzeuge für Korbachs Hansetradition ist derweil die Nikolaikirche. Das imposante, rund 75 Meter hohe gotische Gotteshaus der Kaufleute mit seinem markanten schiefen Turm konnte Mitte des 15. Jahrhunderts nur fertiggestellt werden, weil ein reicher Kaufmann die gewaltige Summe von 6000 Goldgulden spendete.

Sponsor war Johann Rinck, Spross einer Korbacher Familie, die es im 15. Jahrhundert zu sagenhaftem Aufstieg in der damals mächtigsten deutschen Stadt Köln brachte. Die Rincks waren Kölner Bürgermeister, Gelehrte und vor allem gewiefte Kaufleute, die die Stadt Köln und ihre Handelsgilde auch diplomatisch vor dem Hansekontor in London vertraten. An vielen Stellen in Köln, in der Korbacher Nikolaikirche und selbst im Melanchthonhaus in Wittenberg findet sich das Familienwappen der Rincks bis heute.

Vom Geist der Hanse

Wenn es noch eines Belegs bedarf, wie sehr die Korbacher in der Hansetradition verwurzelt sind, dann ist es die Stadtrechtsurkunde. 1188 erhielt Korbach aus den Händen des Paderborner Bischofs das Soester Stadtrecht. Das, was in Soest handgeschrieben auf die berühmte „Kuhhaut“ ging, wurde fortan auch Basis des lübischen Stadtrechts.

So tragen die Korbacher wahrlich spannende Geschichten als Geschenke zum internationalen Hansetag nach Lübeck. Vor allem aber auch das, was die Korbacher bis heute ausmacht: „Diese Symbiose aus Tradition und Moderne, Weltoffenheit, Toleranz, Kaufmannsehre und Gastfreundschaft, also genau den Geist, der allen Hanse-städten bis heute gemeinsam ist“, beschreibt es Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. Auch der Rathauschef hütet im Übrigen einen goldenen Schatz aus dem Jahre 1589 - die älteste Bürgermeisteramtskette in ganz Deutschland. (jk)

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