Bewegendes Spiel der Musiker im Fackelschein

Korbacher Schützengilde eröffnet das Freischießen mit einem stimmungsvollen Großen Zapfenstreich

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Die Frankenberger Stadtkapelle gestaltete zum ersten Mal den Großen Zapfenstreich der Korbacher Schützengilde mit. Sie spielte die drei Lieder der „Serenade“, den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ und zum Abschluss die deutsche Nationalhymne.

Korbach. Mit dem Großen Zapfenstreich eröffnete die Korbacher Schützengilde am Donnerstag Abend das 239. Freischießen. Hunderte Zuschauer verfolgten die stimmungsvolle Zeremonie auf dem zum „Paradeplatz“ umfunktionierten Hof der Westwallschule.

Strahler tauchten die Fassade des mehr als 100 Jahre alten alte Schulgebäudes in rötlich-gelbes Licht, unter dem Portalbogen versammelten sich die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Klaus Friedrich. Auf dem Platz nahmen das Königspaar Nadine und Karsten Balk, Burschenkönig Michael Stephan und Dechant Hans-Jürgen Jost mit seiner Frau Aufstellung. Die Frauen trugen festliche Roben.

Großer Zapfenstreich zum Auftakt des Korbacher Freischießens

Den Einzug der Gilde kündigte der „Yorcksche Marsch“ von Beethoven an. Die Frankenberger Stadtkapelle unter der Leitung von Johannes Jörger spielte ihn. Alle Formationen der Schützengilde marschierten mit ihren Fahnen ein und nahmen im Karree Aufstellung. Die Frauenkompanie und Aktive der Feuerwehr stellten die Fackelträger.

Die Ederstädter spielten den Zapfenstreich zum ersten Mal in Korbach, in den Vorjahren hatte ihn der Rhenaer Musikverein gestaltet. Zweite Musikgruppe war wieder der Spielmannszug der Korbacher Feuerwehr unter der Stabführung von Christian Engelhard.

Hatte es vor drei Jahren in Strömen geregnet, zeigten sich diesmal eine Mondsichel und Sterne am Firmament.

Seine „Feuertaufe“ hatte der neue Oberst Jürgen Weige zu bestehen, der das Amt von Manfred Schatz übernommen hat. Er meldete den Majestäten: „Großer Zapfenstreich angetreten.“ Balk ordnete an, mit der Zeremonie zu beginnen.

Für den Burschenkönig sowie für den König und seine Frau geht am Samstag die dreijährige Amtszeit zu Ende, der scheidende Regent durfte sich drei Lieder für die „Serenade“ wünschen. Balk entschied sich für den „Marsch aus der Zeit Friedrichs des Großen“, den der Preußenkönig angeblich 1741 selbst komponiert hat, für das konzertante Stück „Friends for Love“ und für den „Kitzbühler Standschützenmarsch“, der im Egerland entstanden ist. Die Frankenberger intonierten die Stücke. Das „Locken“ übernahmen die Feuerwehrmusiker. 

 Für viele Besucher der Höhepunkt war das „Gebet“. Oberst Weihe befahl: „Helm ab zum Gebet“, die Schützen nahmen ihren Hut ab, und die Frankenberger spielten den eingängigen Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“, der auf ein russisches Kirchenlied zurückgeht.

Zum Abschluss der Zeremonie erklang die deutsche Nationalhymne. Unter dem Applaus der Zuschauer und zu den Klängen des „Preußischen Zapfenstreich-Marsches“ zogen Musiker und Schützenformationen vom „Paradeplatz“ ab.

Danach wurde im nahen Festzelt noch gefeiert.

Vor dem Zapfenstreich hatten die Schützen am Ehrenmal an der Kilianskirche der Toten gedacht. Der historisch versierte Schützenbruder Heinz Merl erläuterte den Zuschauern, wie der Zapfenstreich entstanden ist.

Blick aufs weitere Programm:

Das Korbacher Freischießen geht am Samstag um 9 Uhr weiter mit einem Empfang der Ehrengäste im Rathaus. Dem schließt sich das Königsfrühstück im Festzelt am Enser Tor an.

Um 14 Uhr beginnt auf dem Schießplatz hinter dem Zelt das Königsschießen. Die neuen Regenten der Gilde, der Burschen und der Kinder werden um 16 Uhr proklamiert.

Um 20 Uhr werden sie im Zelt vorgestellt, danach sorgen die „Grumis“ aus Franken für „Wies’n“-Stimmung.

Am Sonntag hält Pfarrer Hessler um 10 Uhr einen Feldgottesdienst auf der Freilichtbühne.

Höhepunkt des Tages ist der große Festzug mit 16 Schützenvereinen und sieben Musikkapellen, der ab 13.30 Uhr durch die Innenstadt zieht. Aufstellung ist auf der Hauer, das Ende auf dem  „Paradeplatz“ an der Westwallschule.

Um 19.30 Uhr formiert sich am „Loch“ die Polonaise.

Um 20.15 Uhr spielen die „Mondstürmer“ im Zelt auf. Dort gibt es zum ersten EM-Spiel der deutschen Nationalelf zudem ein „Public Viewing“.

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