Waldeckische Landeszeitung und Waldeckischer Geschichtsverein laden zum Vortrag am 12. September

Korbachs Familie Rinck und die Hanse

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Johann Rinck spendete 1450 ein Vermögen für die Nikolaikirche. Die Korbacher Familie Rinck erlebte einen enormen Aufstieg in Köln und in der Hanse.

Korbach - Einen spannenden historischen Ausflug in eine goldene Zeit der Hansestadt gibt es am 12. September in Korbach: Professor Franz Irsigler (Trier) referiert über die sagenhafte Kaufmannsfamilie Rinck und die Hanse.

Die Waldeckische Landeszeitung und der Waldeckische Geschichtsverein, Bezirksgruppe Korbach, laden gemeinsam ein. Ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus erwartet die Zuhörer ein Vortrag nach Maß im Korbacher „Hansejahr“ 2013. Denn im Juni erhielt Korbach den offiziellen Beinamen „Hansestadt“ - als einzige in Hessen.

Korbachs Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert war eng verbunden mit dem Erfolg der Kaufleute. Die Lage der Stadt am Schnittpunkt der Handelswege von Bremen nach Frankfurt und von Köln nach Leipzig trug dazu bei. Aber auch die Mitgliedschaft Korbachs im Hansebund - mit Handel bis nach England, ins Baltikum und nach Russland. Zugleich gab es von Korbach aus enge Kontakte zu den westfälischen Städten und in die rheinische Metropole Köln - eine Perle des Handels und der Hansezeit.

Korbach und Köln

Franz Irsigler, emeritierter Professor für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Trier, ist ein profunder Kenner der Wirtschaftsgeschichte im Mittelalter, der rheinischen Städtegeschichte - und er kennt auch Korbach mit seiner Nikolaikirche. Sie war das Gotteshaus der Kaufleute. Dabei rückt Irsigler in seinem Vortrag die Kaufmannsfamilie Rinck in den Mittelpunkt.

Die Rincks gehörten im späten Mittelalter zu den bedeutendsten Familien in Korbach - die dann in Köln einen sagenhaften Aufstieg erlebte. Johann Rinck hatte 1432 das Kölner Stadtrecht erworben. Bald wurde er Ratsherr und zu einer zentralen Figur der Kölner Hansekaufleute - mit Einfluss bis ins mächtige London. Familienmitglieder der Rincks wurden Kölner Bürgermeister, stellten den Rektor der Universität und brachten es sogar zum Berater des englischen Königs. So widmet auch das Korbacher Museum der Familie besondere Aufmerksamkeit in der Dauerausstellung.

Mehrfach spendeten die Rincks große Summen von Köln aus in ihre alte Heimatstadt Korbach. So zahlte Johann Rinck 1450 zur Vollendung der Korbacher Nikolaikirche die enorme Summe von 6000 Goldgulden. Überdies hat die Familie Rinck sicher auch eine Schlüsselstellung für Korbachs Mitgliedschaft im System der Hanse.

Das Familienwappen der Rincks ist bis heute auf einem Schlussstein über dem Chorraum in der Nikolaikirche zu sehen. Es ist zugleich die älteste erhaltene Darstellung Korbacher Hausmarken.

So geht dem Vortrag am 12. September eine Führung mit Dr. Peter Witzel und Karl Thomas in der Nikolaikirche voraus. Die Führung beginnt um 18.30 Uhr, Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Auch zum Vortrag von Professor Franz Irsigler anschließend im Bürgerhaus, Kirchstraße, ist der Eintritt frei. Spenden sind dabei höchst willkommen - zugunsten des engagierten Fördervereins zur Sanierung der Nikolaikirche.

Zur Person

Franz Irsigler wurde 1941 geboren, habilitierte sich 1974 in Bonn und lehrte seit 1977 an der Universität Trier. Schwerpunkte des Historikers sind Wirtschaftsgeschichte, Stadtgeschichte und Sozialgeschichte in Mittelalter und früher Neuzeit. An der Universität Trier leitete Irsigler zahlreiche Forschungsprojekte.(jk)

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