Stadt hofft darauf, das für 2013 geplante Minus um zwei Millionen Euro zu drücken

Korbachs Finanzen im Plan

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Korbach - Langer Winter, hohe Kosten: Bislang birgt das Jahr 2013 keine finanziellen Überraschungen für die Stadt Korbach. Nur der Winterdienst wird sein Budget wohl überschreiten.

Kleine Ampelsymbole in einer Übersicht über die Haushaltslage sollen den Stadtverordneten auf einen Blick deutlich machen, ob sich die Ausgaben und Einnahmen aktuell noch im geplanten Rahmen bewegen.

Rotes Licht hätte die Kommunalpolitiker vor schrumpfenden Einnahmen und ausufernden Ausgaben gewarnt. Doch Birgit Hand, Mitarbeiterin der Kämmerei, vermeldet im Haupt- und Finanzausschuss: Alle Ampeln auf Grün.

„Alles planmäßig“

„Das Jahr 2013 verläuft weitestgehend planmäßig“, erklärt Hand. Vielmehr gehen die Hüter der Stadtkasse sogar davon aus, das im Ergebnishaushalt prognostizierte Defizit von 7,2 Millionen Euro voraussichtlich zu unterschreiten.

Im Finanzhaushalt kalkuliert die Stadt mit einem Minus von rund 7,6 Millionen Euro. Positiv wirke sich aber das um 2,14 Millionen Euro verbesserte Vorjahresergebnis aus, so dass sich zum Jahresende voraussichtlich ein Fehlbedarf von rund 5,46 Millionen Euro ergeben werde, so Hand. Kurzfristiges Ziel sei es, die Aufnahme von Kassenkrediten in 2013 so lange wie möglich hinauszuzögern oder sogar ganz zu vermeiden.

Der lange Winter hat sich unterdessen in den Büchern niedergeschlagen: Der Bauhof verbrauchte schon im ersten Quartal 70 Prozent mehr Streumittel, als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Die Mitarbeiter waren bis Ende Februar insgesamt 3866 Stunden im Einsatz, um Straßen und Gehwege von Schnee und Eis zu befreien. 2012 waren es bis Ende März nur 1542 Stunden. Der gleiche Anstieg sei bei den Winterdiensten in den Ortsteilen zu verzeichnen, die an Private vergeben sind. Sprudelnde Steuereinnahmen sorgten dafür, dass Korbach das Jahr 2012 besser als befürchtet beendet hat. Gerechnet hatte die Kämmerei mit einem Defizit von 5,77 Millionen Euro im Ergebnishaushalt. Tatsächlich ist das Minus aber um 2,15 Millionen Euro kleiner.

Mehr Steuern eingenommen

Mehrerträge gab es beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und an der Umsatzsteuer, außerdem bei der Gewerbesteuer und den Schlüsselzuweisungen. Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnet, ergeben ein Minus von 3,62 Millionen Euro, das die Stadt am Ende des Jahres in den Büchern stehen hatte. Ob sich das Steuerwachstum auch in den kommenden Jahren so fortsetzen werde, sei fraglich, so Hand.

Das Rathaus musste darüber hinaus im vergangenen Jahr das Girokonto nicht überziehen – also keine Kassenkredite in Anspruch nehmen, um zahlungsfähig zu bleiben. Kassenkredite dienen der Liquiditätssicherung, um kurzfristige Zahlungsengpässe zu vermeiden. Das für 2014 im Haushaltssicherungskonzept angepeilte Etappenziel – ausgeglichene Ein- und Auszahlungen (Cashflow) aus laufender Verwaltungstätigkeit – ist indes in 2012 noch verfehlt worden. Der Finanzmittelfehlbedarf lag bei rund 395?000 Euro. 2011 hatte die Stadt allerdings schon einmal einen ausgeglichenen Cashflow hinbekommen.(lb)

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