Rhena

Ein Krachmacher mit Gefühl

- Korbach-Rhena (resa). Für Tadeusz Piskorz ist es eine Premiere: Zum ersten Mal steht er beim Musikverein Rhena auf dem Dirigentenpult eines Blasorchesters – und er ist begeistert von Gemeinschaft und Musik.

Eigentlich ist Tadeusz Piskorz beim Musikmachen zwei Stöcke gewohnt. Denn seit der gebürtige Pole laufen kann, feiert er Erfolge am Schlagzeug. Die Schlegel tauscht er beim Musikverein Rhena jetzt gegen den Dirigentenstab. Bereits im September hat er das Dirigat übernommen. Mit ihm soll nach stürmischen Vereinszeiten wieder Ruhe einkehren im Musikverein – aber nur im übertragenen Sinn. Denn Tadeusz Piskorz will für Stimmung in den Reihen der Musiker sorgen. „Ich bin zwar klein, aber schon immer ein Krachmacher gewesen“, schmunzelt er. Und genau den haben sich die Musiker aus Rhena gewünscht. „Im vergangenen Dezember hat uns Christian Daum nach 15 Jahren als Dirigent verlassen“, blickt zweiter Vorsitzender Helmut Saure zurück. Danach hatte das Orchester Schwierigkeiten, einen neuen musikalischen Leiter zu finden. Musiker kamen und gingen. Eines Tages meldete sich auf einen Aushang dann Musiklehrer Tadeusz Piskorz. „Nach vielen Jahren in ganz verschiedenen Orchestern vermisste ich die Gemeinschaft“, erzählt er. Nach einer Probezeit beschlossen Musiker und Piskorz: „Es passt!“ „Wir hatten einfach von Anfang an eine Wellenlänge“, schwärmt Saure. „Und außerdem wissen wir seine musikalische Qualität zu schätzen“, fügt Vizedirigent Heinrich Schweitzer hinzu. Und die kommt nicht von ungefähr: Bereits als Kind besuchte er eine Fachschule für Musik, anschließend studierte er Musik, wurde als Dozent eingestellt und kam schließlich 1986 als Paukist zum Kurorchester nach Bad Wildungen. Seitdem schlägt er sich durch – im wahrsten Sinne des Wortes. Im ganzen Land ist er als Schlagzeuger gefragt, arbeitet außerdem in der Korbacher Musikschule. „Und nun habe ich gemerkt, dass ich auch in Rhena etwas bewirken kann“, sagt Tadeusz Piskorz. Manches will er in der kleinen Ortschaft bewegen: „Ich möchte, dass wir die gute Atmosphäre beibehalten und gleichzeitig ein höheres musikalisches Level erreichen.“ Dabei ist er nach allen Seiten offen: „Die Musiker sollen sagen, was ihnen gefällt, und das spielen wir.“ Jazz, Metal, Rock und Pop sollen das Repertoire von Märschen und Volksmusik erweitern, vor allem die Jugendarbeit soll gestärkt werden.Pünktlich zum 100. Geburtstag des Vereins 2011 wollen die Musiker dann ein deutlich erweitertes Repertoire vorstellen. Die erste Kostprobe unter neuem Dirigat gibt es bereits am 28. März beim Frühjahrskonzert in der Schützenhalle in Usseln.

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